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Tragödie in Beirut : Das Ende des alten Libanon

Dieses Bild gibt eine Ahnung vom ganzen Ausmaß der Verwüstung in Beirut. Bild: AFP

Für die Bewohner und ihre Stadt ist die Explosion im Hafen von Beirut eine Katastrophe. Für den Libanon bedeutet sie einen Neuanfang – hoffentlich.

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          Seit Jahren war der politischen Führung des Libanon die Gefahr bekannt, die von den gewaltigen Mengen Ammoniumnitrat ausging, die im Hafen von Beirut lagerten. Dass sie die Risiken dennoch ignoriert hat, verlängert nur die lange Liste ihres nachlässigen und verantwortungslosen Umgangs mit der Gesundheit der Bevölkerung. Diese hatten die Regierenden schon aufs Spiel gesetzt, als sie zum Ende des Bürgerkriegs hin das Land gegen gutes Geld zur Giftmülldeponie Europas machten und daran gut verdienten. Zuletzt waren die gewaltigen Müllberge in den Straßen des Libanon zum Symbol des Versagens des Staats geworden.

          Die Tragödie vom Dienstag spricht ein vernichtendes Urteil über die politische Klasse des Libanon – und sie steht für das Scheitern des alten, nach Konfessionen aufgeteilten Landes. Nur wenige Familien, meist alte Politikerdynastien, plünderten das Land aus, nicht ohne einen Teil ihres Reichtums an ihre Klientel weiterzureichen. Als sich im Oktober abzeichnete, dass der Libanon vor dem Staatsbankrott steht und sich die Lebensbedingungen der einfachen Libanesen dramatisch zu verschlechtern begannen, erhob sich vor allem die Jugend gegen diese kaputte Ordnung und ihre korrupten Vertreter.

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