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Ganzkörperverschleierung : Verbot mit Haken

Das Verschleierungsverbot widerspricht nicht dem Koran – aber warum trifft es nur die Frauen? Bild: dpa

Mit dem Verbot der Vollverschleierung setzen die Niederlande den richtigen Akzent. Aber warum wieder nur ein Gesetz, das ausschließlich Frauen trifft?

          Das Verbot der Ganzkörperverschleierung, mit dem die Niederlande nun fünf weiteren EU-Staaten folgen, ist ein richtiger Schritt. Es betrifft zwar nur wenige Frauen, das Signal ist aber wichtig. Denn ein Kennzeichen der westlichen Gesellschaft ist, dass sich die Menschen im öffentlichen Raum begegnen, dass sie sich gegenseitig sehen und die Reaktionen des anderen erfassen. Nur so ist ein Austausch zwischen Menschen möglich.

          Das Verschleierungsverbot widerspricht nicht dem Koran. Nirgendwo steht geschrieben, dass eine Frau sich so zu verhüllen hat, dass nur noch die Augen zu sehen sind oder nicht einmal diese.

          Ein Haken ist bei diesem Verbot indes, dass es nur die Frauen betrifft. Generell verbietet es zwar Vermummungen. Die Absicht des Gesetzgebers ist aber unverhüllt: Gemeint sind die islamischen Frauen, die sich so kleiden und damit kundtun, dass sie einer radikalen Version des Islams folgen. Das tun auch ihre Männer, die bestimmte Formen von Bärten tragen und kurzgeschnittene Hosen. Weshalb sie ihren radikalen Islam weiter in den Straßen tragen dürfen, erklärt das Gesetz nicht.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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