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Bei Mandela-Trauerfeier : Historischer Handschlag von Obama und Castro

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Im Geiste Mandelas: Barack Obama und Raúl Castro gaben sich am Rande der Trauerfeier die Hand Bild: AP

Mandela versöhnt – auch über den Tod hinaus: Bei seiner Trauerfeier reichten sich der amerikanische Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro die Hand. Wenig später kritisierte Obama autoritäre Herrscher.

          Nelson Mandela hat am Dienstag zwei alte Feinde zumindest für einen Augenblick einander nähergebracht. Am Rande der Trauerfeier für Südafrikas verstorbenen früheren Präsidenten schüttelten der amerikanische Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro einander die Hände. Die beiden Länder unterhalten seit 1961 offiziell keine diplomatischen Beziehungen mehr, das Verhältnis ist seither äußerst angespannt.

          Obama wolle diese Geste als Zeichen seines guten Willens verstanden wissen, sich Feinden der Vereinigten Staaten anzunähern, sagte ein Vertreter der amerikanischen Regierung. In seiner Rede im Stadion von Soweto bei Johannesburg kritisierte Obama jedoch kurz darauf, es gebe in der Welt weiterhin „zu viele Staatsmänner, die sich mit dem Freiheitskampf von Nelson Mandela solidarisch zeigen, aber in ihren eigenen Ländern keine Opposition dulden“.

          Neben Castro waren unter den dutzenden Staats- und Regierungschefs aus aller Welt mehrere autoritäre Machthaber bei der Zeremonie im Stadion. Castro stand wie Obama bei der Trauerfeier für Mandela als Redner auf dem Programm. Südafrikas erster schwarzer Präsident war am Donnerstag nach langer Krankheit mit 95 Jahren gestorben.

          In Havanna wurde der Händedruck von Obama und Castro schon wenig später als hoffnungsvolles Zeichen gewertet. Auf der offiziellen Website cubadebate.cu veröffentlichte die kubanische Regierung ein Foto des historischen Moments. „Obama grüßt Raúl“, stand im Bildtext, „möge dieses Bild der Beginn des Endes der amerikanischen Aggressionen gegen Kuba sein“.

          Es war das erste Mal in den vergangenen 60 Jahren, dass sich die Präsidenten der beiden Staaten die Hand gaben. Zuvor war es im Jahr 2000 zu einer kurzen Begegnung zwischen dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, und Raúls älterem Bruder Fidel Castro auf dem Millennium-Gipfel in New York gekommen – dort grüßten sich die Politiker im Vorbeigehen. Raúl steht seit 2006 an der Staatsspitze und übernahm zwei Jahre später offiziell das Präsidentenamt.

          Der kubanische Experte Jorge Gómez Barata wertete die Begegnung vom Dienstag als Erfolg der „Mandela-Diplomatie“. Der verstorbene Freiheitskämpfer habe zwar nicht wissen können, dass es zu einem solchen Treffen kommen werde, allerdings habe er den Weg aufgezeigt, der Konfrontationen verhindern und die Basis für eine solche Begegnung schaffen könne, erklärte Barata.

          Die engen Beziehungen zwischen Südafrikas verstorbenem Präsidenten Mandela und Kuba gehen vor allem auf den Bürgerkrieg in Angola zurück, in dem Kuba in den Jahren 1975 bis 1991 mit dortigen Kämpfern gegen die südafrikanische Armee des Apartheidregimes kämpfte und siegte. Der Einsatz machte nach Ansicht Kubas und Mandelas den Frieden in Angola, die Unabhängigkeit Namibias und die politischen Reformen zur Beendigung der Rassentrennung in Südafrika erst möglich. Mandela und Fidel Castro standen sich seither nahe.

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