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Befreiung des Kapitäns der „Maersk Alabama“ : Drei Kopfschüsse in rauher See

  • -Aktualisiert am

Frohe Botschaft für Underhill: Kapitän Richard Philips, ein Einwohner der Stadt, ist befreit Bild: AP

Nach seiner gewaltsamen Befreiung durch die amerikanische Marine wird nicht nur Richard Philips, der furchtlose Kapitän der „Maersk Alabama“, in den Medien gelobt. Auch Präsident Obama profitiert von der aufsehenerregenden Militäraktion.

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          In den Vereinigten Staaten wird die gewaltsame Befreiung von Kapitän Richard Phillips, mit der Spezialeinheiten der amerikanischen Marine am Sonntag das Geiseldrama vor der Küste Somalias beendeten, als Erfolg für Präsident Obama gewürdigt. Mit seiner Entscheidung, Phillips Leben notfalls mit militärischer Gewalt zu schützen, habe sich Obama als entschlossener Oberbefehlshaber erwiesen, wodurch das Vertrauen in seine Fähigkeiten zur militärischen Konfliktbewältigung gestärkt werden dürfte, wird der Präsident in amerikanischen Medien gelobt.

          Das Pentagon hatte den Präsidenten zweimal um Erlaubnis für den Einsatz militärischer Gewalt gegen die Piraten ersucht. Dem ersten Gesuch gab Obama am Freitagabend um 20 Uhr Washingtoner Ortszeit statt. Eine zweite Anweisung traf er am Samstagmorgen um 9.20 Uhr. Nach Angaben amerikanischer Offizieller galt die zweite Ermächtigung dem Einsatz von mehr Militärpersonal und Gerät zur Befreiung von Phillips.

          Obama will besseren Schutz vor Afrikas Küsten

          Während der Krise hatte Obama es vermieden, Stellung zu dem fünftägigen Geiseldrama zu beziehen. Das erste Mal äußerte er sich offiziell nach der geglückten Befreiung von Phillips. Dessen Mut sei „vorbildlich für alle Amerikaner“, sagte Obama. Kapitän Phillips hatte sich zum Schutz seiner Mannschaft den Piraten als Geisel zur Verfügung gestellt. Der Präsident zeigte sich zudem entschlossen, der zunehmenden Piraterie entlang der afrikanischen Küste Einhalt zu gebieten. Gemeinsam mit den Verbündeten, so Obama, müssten künftige Angriffe von Piraten verhindert werden. Ferner müsse sichergestellt werden, dass Piraten für ihr kriminelles Vorgehen zur Rechenschaft gezogen würden.

          Das offizielle Bild nach der Rettung: Richard Phillips (r.) neben Besatzungsmitglied Frank Castellano
          Das offizielle Bild nach der Rettung: Richard Phillips (r.) neben Besatzungsmitglied Frank Castellano : Bild: REUTERS

          Allerdings machten amerikanische Militärs am Wochenende deutlich, wie schwierig der Kampf gegen Piraten sei und welche Risiken damit einhergingen. Auf Fragen danach, welche Folgen die Tötung der drei Piraten durch amerikanische Spezialeinheiten haben könnten, sagte der amerikanische Vizeadmiral William Gortney, es bestehe „kein Zweifel daran“, dass „dies zu einer Eskalation der Gewalt in diesem Teil der Welt führen kann“. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten seien für einen ausreichenden Schutz ihrer Schiffe entlang der rund 3000 Kilometer langen Küste Somalias jedoch nicht ausreichend gerüstet. „Wir haben einfach nicht die Ressourcen, um all die Gebiete abzudecken“, sagte Gortney. Nach Angaben der amerikanischen Marine würden mehr als 60 Schiffe benötigt, um die Schifffahrtstraße durch den Golf von Aden vor Piraten zu schützen.

          Erster Piratenangriff seit 200 Jahren

          Zu amerikanischen Bemühungen, den Kampf gegen die Piraterie zu verstärken, hatte Außenministerin Hillary Clinton vergangene Woche gesagt, die Obama-Administration arbeite daran, mehr Länder für Patrouillen zu gewinnen. Von der Option, durch Militäroperationen auf dem somalischen Festland gegen Piraten vorzugehen, sprach Clinton indes nicht. Im Dezember hatte der UN-Sicherheitsrat das Mandat für den Einsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias erweitert.

          Danach sind ein Jahr lang internationale Einsätze gegen Piraten auch auf dem somalischen Festland gestattet. Die beteiligten Staaten dürfen nach der einstimmig verabschiedeten Resolution an Land „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Verfolgung von Piraten ergreifen. Eine Nutzung des somalischen Luftraums ist nach der Resolution jedoch nicht ausdrücklich gestattet. Die Regierung Bush hatte den verstärkten Kampf gegen die Piraterie unterstützt. Bis zum Überfall auf die „Maersk Alabama“ am vergangenen Mittwoch waren amerikanische Schiffe jedoch von den Seeräuberattacken in den vergangenen Monaten verschont geblieben; nach Angaben amerikanischer Historiker ist es ungefähr 200 Jahre her, dass zuvor ein amerikanisches Schiff von Piraten überfallen wurde.

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