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Gegen Bedrohungen wehren : Pandemie und Klimawandel sind erst der Anfang

Wie gefährlich ist China? Medizinische Mitarbeiter in Wuhan vor einem der acht großen Transportflugzeuge der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee (PLA) Bild: dpa

In Zeiten der Großkrisen ist es wichtig, dass Bürger und Politiker ihren Blick nicht verengen. Der Westen wird an vielen Fronten herausgefordert.

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          So sehr es auch zu wünschen wäre: Bislang hat kein Fundamentalist, kein Hacker und auch kein Machthaber seine jeweiligen Ambitionen aufgegeben, um erst einmal die Erderhitzung zu bremsen oder das Coronavirus einzuhegen.  Daran sollte denken, wer angesichts der Ergebnisse der jüngsten Pew-Umfrage jubiliert. Ja, die meisten Menschen im Westen haben erkannt, dass es sich beim Klimawandel und der Pandemie um große Bedrohungen unserer Sicherheit handelt. Wer das jetzt noch nicht erkannt hat, dem ist vermutlich mit Fakten ohnehin nicht beizukommen.  

          Durch den Klimawandel ist bis 2050 der Lebensraum einer Milliarde Menschen bedroht. Und seit Monaten sind Einschränkungen durch eine Pandemie spürbar, wie sie die Menschheit seit hundert Jahren nicht erlebt hat – im schlimmsten Fall am eigenen Leib. Beide Themen stehen zu Recht ganz oben auf den politischen Agenden. Sie dürfen aber nicht als Ausrede missbraucht werden, andere Bedrohungen zu vernachlässigen. 

          Seit Anfang des Jahrtausends hat sich ein gefährliches Amalgam sicherheitspolitischer Probleme angereichert, die den Westen in den kommenden Jahrzehnten vor existentielle Herausforderungen zu stellen drohen. Einige sind den Menschen weiterhin sehr bewusst. Die Sorge vor Terror, vor Cyberangriffen und vor der Weiterverbreitung von Atomwaffen steht laut der Pew-Umfrage kaum hinter jener vor Klimawandel und Corona zurück.  

          Andere Probleme sind es weniger. Russland bleibt ein gefährlicher Akteur. Antworten auf Chinas imperiale Ambitionen stecken bestenfalls noch in den Kinderschuhen. Und was die Übernahme von Verpflichtungen angeht, gibt es zu viele Trittbrettfahrer. Deutschland macht da keine Ausnahme. Die Menschen hierzulande müssen erwarten dürfen, dass ihre Regierungen allen sicherheitspolitischen Herausforderungen entschlossen entgegentreten tritt. Es wäre fatal, wenn am Ende die Nichterfüllung von Zusagen im Nato-Bündnis mit Ausgaben gegen Klimawandel und Corona gerechtfertigt würde. 

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

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