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Italiens Migrationskurs : „Kriminalisierung der Seenotretter muss ein Ende haben“

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Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), steht am Hafen von Sizilien während seines Besuches der „Sea-Watch 3“. Bild: dpa

Das beschlagnahmte Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ wurde erst am Samstag wieder freigegeben. Italiens Innenminister wehrt sich weiter gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm kritisiert ihn dafür scharf.

          Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat den harten Migrationskurs der italienischen Regierung deutlich kritisiert. „Wenn Menschen in Gefahr sind, müssen sie gerettet werden, alles andere ist unterlassene Hilfeleistung“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch auf Sizilien. Vor allem die Politik des Innenministers Matteo Salvini widerspreche der christlichen Haltung – auch wenn sich der Lega-Chef gerne als gläubiger Christ darstelle.

          „Die Kriminalisierung von Seenotrettern muss ein Ende haben“, sagte er. „Das Handeln und das Reden des italienischen Innenministers ist geprägt von menschlicher Kälte.“ Es stehe „in tiefem Widerspruch zu allem, für was das Christentum steht“.

          Italien wehrt sich weiter gegen Seenotrettung

          Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ hatte Mitte Mai 65 Menschen vor der libyschen Küste aufgenommen und nach Italien gebracht – zum Ärger des rechtspopulistischen Innenministers Salvini. Das Schiff wurde beschlagnahmt und erst am vergangenen Samstag wieder freigegeben. Gegen Kapitän Arturo Centore wird wegen des illegalen Einschleusens von Menschen ermittelt. „Die Ermittlungen sind noch nicht eingestellt“, sagte Sprecher Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer. „Aber wir gehen davon aus, dass das passieren wird.“

          Die Regierung in Italien hat die Häfen des Landes für Hilfsorganisationen weitestgehend gesperrt. Allerdings fliehen immer noch zahlreiche Menschen aus Libyen Richtung Europa. Hunderte sind dieses Jahr bei der Überfahrt über das Mittelmeer ertrunken. Umstritten ist, dass Italien und die EU die libysche Küstenwache darin unterstützen, Migranten zurück in das Bürgerkriegsland zu bringen.

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