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Wahlkampf in Frankreich : Bayrou will Bündnis gegen Le Pen schmieden

  • Aktualisiert am

François Bayrou am Dienstag in Paris Bild: AFP

Das könnte die französische Präsidentschaftswahl entscheiden: Zentrumspolitiker François Bayrou bietet dem Unabhängigen Emmanuel Macron eine Allianz an. Doch er stellt Bedingungen.

          Neuer Überraschungscoup im französischen Präsidentschaftswahlkampf: Der 65 Jahre alte François Bayrou hat am Mittwoch in Paris dem Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron ein Wahlbündnis angeboten. Der Zentrist verzichtet damit auf eine vierte Kandidatur für das höchste Staatsamt und bahnt Macron den Weg zum Einzug in die entscheidende Stichwahlrunde. Bayrou knüpfte seine Unterstützung in einer Pressekonferenz an die Bedingung einer Erneuerung des politischen Lebens. So solle Macron ein Gesetz für mehr Moral in der Politik in sein Wahlkampfprogramm aufnehmen. Die französische Demokratie sei in Gefahr. Bayrou bekundete, einen Sieg des Front National (FN) mit seinem Bündnisangebot verhindern zu wollen. 

          Bayrou war schon drei Mal selbst Präsidentschaftskandidat: 2002 kam er auf 6,8 Prozent, 2007 auf 18,6 Prozent und 2012 auf 9,1 Prozent und war damit stets im ersten Wahlgang ausgeschieden. Vor fünf Jahren unterstützte bei der anschließenden Stichwahl den Sozialisten François Hollande, der dann auch gewann. Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage für die Präsidentschaftswahl in zwei Monaten sah Bayrou im Falle einer abermaligen Kandidatur bei sechs Prozent.

          Für die Wahl hatte Bayrou ursprünglich ein Bündnis mit dem ehemaligen konservativen Premierminister Alain Juppé angestrebt. Dieser hatte das Rennen um die Kandidatur des bürgerlichen Lagers aber gegen François Fillon verloren. Daraufhin ließ Bayrou lange offen, ob er selbst wieder antritt.

          Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hält seit Wochen, trotz anhaltender Korruptionsvorwürfe, den Spitzenplatz bei Meinungserhebungen und kann sich mit einem Stimmenanteil um die 26 Prozent des Einzugs in die entscheidende Stichwahlrunde so gut wie sicher sein. Ihre Wahlaussichten für den zweiten Wahlgang verbessern sich dabei kontinuierlich. So liegt sie inzwischen bei 42 Prozent im Duell gegen Emmanuel Macron und bei 44 Prozent gegen Francois Fillon. Am 6. Februar kam Le Pen auf 35 Prozent gegen Macron und 39 Prozent gegen Fillon. Die Franzosen wählen ihren neuen Staatschef in zwei Wahlgängen am 23. April und am 7. Mai.

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