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EU-Chefunterhändler : Barnier sieht noch Chancen für Brexit-Abkommen

  • Aktualisiert am

Brexit-Chefverhandler Michel Barnier im Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel. Bild: Reuters

Trotz des Chaos im britischen Parlament ist Michel Barnier optimistisch, noch eine Einigung mit Premierministerin May zu erzielen. Dennoch: Die Folgen eines Brexit seien gravierend.

          Der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, hält ein geregeltes Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union noch für möglich. „Es ist nicht richtig zu sagen, dass ein No-Deal-Brexit am wahrscheinlichsten ist“, sagte Barnier am Mittwoch dem französischen Sender Franceinfo.

          Als Verhandlungsführer tue er alles, um eine Einigung zu erzielen. Dabei setze er alles daran, dass ein Abkommen mit der britischen Premierministerin Theresa May zustande komme, dem das britische Unterhaus auch zustimmen werde. Dafür gebe es „noch eine echte Möglichkeit“.

          May hatte am Dienstag erstmals die Möglichkeit eingeräumt, dass Großbritannien die EU nicht wie geplant am 29. März verlassen könnte. Sie versprach, die Abgeordneten über eine mögliche Verschiebung des Brexits abstimmen zu lassen. Sollte sie bis zum 12. März mit ihrem Austrittsabkommen wieder scheitern, will May die Abgeordneten vor die Wahl zwischen einem Ausscheiden ohne Abkommen oder einer „kurzen Verlängerung“ stellen. Das britische Parlament stimmt am Mittwoch über die weiteren Schritte beim EU-Austritt ab.

          Die Briten würden die Konsequenzen des Brexits oft unterschätzen, sagte Barnier. Dabei seien die Folgen besonders für die Briten gravierend. „Sie sind unzählig: menschlich, sozial, wirtschaftlich und finanziell, technisch und rechtlich.“

          Barnier sagte weiter, dass er den Brexit bedauere. „Ich sehe darin keinen Mehrwert“. Beim Austritt der Briten aus der EU gebe es nur Verlierer.

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