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Katalonien : Barcelona erlebt vierte Krawallnacht

  • Aktualisiert am

Unruhen in der Straßen von Barcelona Bild: EPA

Die Proteste gegen die Verurteilung von Separatistenführern zu langjährigen Haftstrafen reißen nicht ab. Nicht alle sind gewalttätig: Diesen Freitag soll ein Generalstreik Katalonien lahmlegen.

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          Trotz Aufrufen zum Gewaltverzicht ist es in Barcelona die vierte Nacht in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Am Donnerstagabend setzten Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung im Zentrum der katalanischen Hauptstadt unter anderem Müllcontainer sowie Tische und Stühle von Straßencafés in Brand. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten wurden erneut mit Steinen und Böllern beworfen, wie spanische Medien berichteten.

          Verhindern konnte die Polizei Zusammenstöße zwischen den Separatisten, die nach Unabhängigkeit für die wirtschaftlich starke Region im Nordosten Spaniens streben, und Rechtsradikalen, die eine Gegenkundgebung veranstalteten. Nach Schätzungen des spanischen Fernsehens waren auch nach Mitternacht in Barcelona noch viele Tausend Unabhängigkeitsbefürworter unterwegs. Demonstrationen gab es am Donnerstag auch in anderen katalanischen Städten, darunter in Girona und Lleida.

          Anführer verurteilt

          Es war bereits die vierte Nacht in Serie mit Straßenprotesten und Ausschreitungen, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt hatte. Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region von Spanien kam es auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und Festnahmen.

          An diesem Freitag wollen die Separatisten Katalonien mit einem Generalstreik lahmlegen. In Barcelona wurden auch Tausende Teilnehmer zu „Märschen für die Freiheit“ erwartet, die sich in den vergangenen Tagen in fünf Städten der Region auf den Weg dorthin gemacht hatten.

          Kataloniens Regionalpräsident will keine Gewalt

          Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra hatte die Gewalt in der Nacht zum Donnerstag erstmals kritisiert. „Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen“, sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung.

          Die sozialistische Zentralregierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez weist die Forderungen konservativer Kräfte zurück, Katalonien erneut unter Zwangsverwaltung zu stellen, wie es schon nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 geschehen war.

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