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Bankenkrise im Libanon : Bewaffnete Barabhebungen

Eine Bankangestellte nach dem Raub in Beirut Bild: AP

Im Libanon greifen verzweifelte Sparer zur Waffe, um an ihr Geld zu kommen. Sie werden als Helden gefeiert, die in Notwehr gegen die korrupte Elite handeln.

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          Von außen sah es nicht unbedingt wie ein Geiseldrama aus. Die Polizisten vor der Bankfiliale in Beirut wirken nicht übermäßig aufgeregt. Ein paar Demonstranten standen vor dem Eingang, ein paar Fernsehteams waren gekommen. Was sich in dem Gebäude abspielte, kam einem Drama schon näher. Eine junge Frau namens Sali Hafez hatte die Filiale am Mittwoch mit einer Gruppe Aktivisten gestürmt. Sie war mit einem Benzinkanister und einer Pistole bewaffnet, einer Spielzeugpistole, wie sie später erklärte. Sie habe gedroht, alles in Brand zu stecken und den Bankmanager zu erschießen, sagte eine Augenzeugin.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Sali Hafez erbeutete etwa 13.000 Dollar – von ihrem eigenen Konto. „Ich bin nicht in die Bank eingedrungen, um jemanden zu töten oder das Gebäude in Brand zu setzen“, erklärte sie. „Ich bin hier, um zu bekommen, was mir zusteht“, sagt die Innenarchitektin in einem Video der Aktion, das sie selbst verbreitete. Sie wolle die Krebsbehandlung ihrer Schwester bezahlen, habe 20.000 Dollar auf dem Konto, an die sie nicht herankomme.

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