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Brasiliens grüne Kehrtwende? : Warum Bolsonaro plötzlich Umweltschützer sein will

Ein illegal entzündetes Feuer im Regenwald-Reservat in der Nähe von Novo Progresso. Bild: AFP

Unter Jair Bolsonaro hat die Abholzung des Regenwalds dramatisch zugenommen. Nun will er private Investoren zu Amazonas-Paten machen – denn Brasiliens Präsident fürchtet Kritik aus der Wirtschaft.

          7 Min.

          Nun spielt Brasiliens Regierung den Ball zurück. „Adoptiere einen Park“ heißt der neuste Wurf des brasilianischen Umweltministers Ricardo Salles. Mit einem Programm wendet sich Brasilien an private Investoren. Nationale und internationale Fonds, Banken und Großkonzerne sollen dafür bezahlen, dass der Regenwald in Amazonien stehen bleibt. Das Programm, das Salles im Juli angekündigt hat, sieht den Schutz von 132 Gebieten vor, die zusammen rund 15 Prozent des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes ausmachen. Dies sei ein Vorhaben, das es privaten Investoren ermögliche, mit der Hilfe der Regierung etwas Konkretes für Amazonien zu tun, sagte Salles in einem Interview der „Financial Times“.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Brasiliens Regierung reagiert damit auf die wachsende Kritik an ihrer Umweltpolitik, die auch aus der Privatwirtschaft kommt. Im Juni hatten sich 29 Finanzinstitute mit Fonds im Gesamtwert von 3,7 Billionen Dollar an die brasilianische Regierung gewandt und vor einer weiter zunehmenden Abholzung in Amazonien gewarnt. Zwei Dutzend Führungskräfte von globalen Konzernen mit Ablegern in Brasilien zogen nach und drückten in einem offenen Brief ihre Sorge vor den negativen Auswirkungen einer nachlässigen Umweltpolitik auf das Image Brasiliens und das Investitionsklima im Land aus.

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