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Bangladesch im Klimawandel : Ein Land trotzt dem Untergang

Kämpfen gegen den Klimawandel: Schüler und Studenten demonstrieren in Bangladesch Bild: EPA

Bangladesch ist der Inbegriff des verarmten Landes, dem die Klimakatastrophe droht. Doch die Regierung möchte dieses Image hinter sich lassen.

          3 Min.

          Der südasiatische Staat Bangladesch war einst aus einer Katastrophe hervorgegangen. Mit tödlicher Wucht hatte ein Zyklon im Jahr 1970 das damalige Ostpakistan getroffen und eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Bis zu einer halben Million Menschen kamen in einer der schwersten Wetterkatastrophen der Menschheitsgeschichte ums Leben. Die Bilder von Leid, Hunger und Überschwemmungen gingen um die Welt. Der Ex-Beatle George Harrison und sein indischer Musikerfreund Ravi Shankar organisierten im Madison Square Garden in New York das „Konzert für Bangladesch“, das zum Vorbild für spätere humanitäre Benefizfestivals wurde. Nachdem in Folge der Katastrophe auch Rufe nach Unabhängigkeit lauter geworden waren, brach ein blutiger Krieg aus.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Bei seiner Gründung vor 50 Jahren war Bangladesch eines der ärmsten Länder der Welt. Der Name ist seither Inbegriff eines völlig unterentwickelten Landes, das von Natur- und anderen Katastrophen bedroht ist. Dieses Image wird durch die Angst vor den Folgen des Klimawandels, der in Bangladesch wegen der niedrigliegenden Landmasse und der hohen Bevölkerungsdichte katastrophale Folgen haben wird, weiter genährt. Prognosen sagen voraus, dass etwa 20 Prozent des Landes unter Wasser verschwinden, wenn der Meeresspiegel um einen Meter steigt. Etwa 30 Millionen der knapp 165 Millionen Einwohner müssten aus ihren Siedlungsgebieten flüchten. Schon heute bekommt das Land die Folgen des Klimawandels zu spüren. Bangladesch belegt auf dem Globalen Klima-Risiko-Index der Organisation Germanwatch den siebten Platz unter den Ländern, die von 2000 bis 2019 besonders betroffen waren.

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