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Balkan-Konflikt : Serbischer Kriegsverbrecher stellt sich UN-Tribunal

  • Aktualisiert am

Der serbische Armeegeneral Vladimir Lazarevic Bild: AP

Schon drohte eine Regierungskrise in Serbien, der Annäherungsprozeß an EU und Nato kam nicht voran. Jetzt stellt sich einer der meistgesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher, Vladimir Lazarevic, dem UN-Tribunal in Den Haag.

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          Einer der meistgesuchten mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrecher, der frühere Armeegeneral Vladimir Lazarevic, wird sich in der kommenden Woche dem UN-Tribunal in Den Haag stellen.

          Das teilte die serbische Regierung nach einem Gespräch von Lazarevic mit dem serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica am Freitag in Belgrad mit. Der 55 Jahre alte Lazarevic, dem als Oberkommandierender des serbischen Militärs in der abtrünnigen Provinz Kosovo in den Jahren 1998 und 1999 schwere Kriegsverbrechen zur Last gelegt werden, werde in Begleitung von mehreren Ministern in die Niederlande reisen. Lazarevic hatte sich als unschuldig bezeichnet.

          Karadzic hält sich weiter versteckt

          Der General ist einer von insgesamt fünf serbischen Angeklagten, deren Auslieferung an Den Haag die Voraussetzung für die Annäherung Serbiens an die Europäische Union (EU) und die Nato ist. Unter ihnen befinden sich noch zwei weitere Generäle, ein ehemaliger Politiker und der frühere Militärkommandeur der bosnischen Serben, Ratko Mladic.

          Radovan Karadzic, ehemals Führer der bosnischen Serben, soll sich als Top-Angeklagter nicht in Serbien, sondern in Bosnien- Herzegowina aufhalten. Dort wird er seit Jahren gesucht.

          Regierungskrise drohte

          Die serbische Regierung hat jede Verhaftung der Angeklagten abgelehnt und darauf gesetzt, daß sie sich freiwillig stellen. Das hatten alle bisher verweigert. Der stellvertretende serbische Ministerpräsident Miroljub Labus und seine G17-Partei haben mit dem Austritt und damit mit dem Sturz der Kostunica-Regierung gedroht, sollten die vom UN-Tribunal Gesuchten nicht in diesem Monat ausgeliefert werden.

          Unklar blieb, wie die freiwillige Gestellung eines dieser Angeklagten von der EU und von Kostunicas Regierungspartnern bewertet wird.

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