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Bahrein und Israel : An der Hand Washingtons

Frieden mit Israel auf Drängen Amerikas: Salman bin Hamad al-Chalifa (M.), Kronprinz von Bahrein, und Mike Pompeo (l.), amerikanischer Außenminister, nehmen an einem gemeinsamen Treffen teil. Bild: dpa

Nach den Vereinigten Arabischen nimmt nun auch Bahrein diplomatische Beziehungen zu Israel auf. Druck gemacht hat dabei ein Mann, der seine Wiederwahl im Blick hat.

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          Der Schabbat hatte längst begonnen, da twitterte Präsident Donald Trump am Freitagabend, dass nach den Emiraten nun auch Bahrein Israel anerkennen werde. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte rasch und sprach in einer vorbereiteten Gratulationsbotschaft von „harter Arbeit hinter den Kulissen über Jahre“. Die engen Beziehungen zwischen den Ländern sind nicht neu. Schon viele Jahre reisen israelische Minister nach Bahrein, das seit langem erklärt, sich Israel weiter annähern zu wollen. Dass die Formalisierung genau jetzt passieren soll, ist auch eine Folge immensen Drucks aus Washington.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Wenn an diesem Dienstag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten Frieden geschlossen werden soll, wird Netanjahu kommen, die Emirate dagegen schicken nur ihren Außenminister, während der mächtige Mann im Staat, Kronprinz Muhammad Bin Zayed, wohl nicht anreist. Bahrein schickt nun ebenfalls den Außenminister. Über den Inhalt des Vertrages wird weiter verhandelt, und es bleibt ungewiss, ob die entsprechenden Arbeitsgruppen beider Staaten unter jeweiliger Aufsicht amerikanischer Vertreter bis dahin überhaupt fertig sind. Doch Washington drängt, in Amerika wird gewählt, und auch die Emiratis sollen raschen Vollzug wünschen, solange Trump noch im Amt ist. Unklar blieb, ob das Abkommen als Friedensvertrag definiert wird, zumal die Staaten nie Krieg gegeneinander geführt haben und dafür auch die Knesset zustimmen müsste, die bislang nicht konsultiert wurde. Einige halten den Ball erst mal flach. 

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