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Beziehungen zu Indien : Hier müssen dicke Bretter gebohrt werden

  • -Aktualisiert am

Außenministerin Baerbock in Delhi Bild: AFP

Europa und Amerika sollten Indien auf vielen Politikfeldern frühzeitig in Entscheidungsprozesse einbinden. Das könnte beispielhaft für Problemlösungen im 21. Jahrhundert sein.

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          Im Sommer hatte Bundeskanzler Olaf Scholz den indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi als Gast zum G-7-Gipfel eingeladen. Das war der richtige Ansatz zum Umgang mit diesem Partnerland. Indien nennt sich zwar gerne „größte Demokratie der Welt“, aber das bedeutet nicht, dass Delhi in eine Richtung mit den anderen Demokratien der Welt marschiert.

          Am deutlichsten wird das beim Thema Ukraine. Hier verfolgt Indien zuallererst eigene nationale Interessen – oder das, was die Regierung Modi dafür hält. Schon seit der Unabhängigkeit hat es Delhi vermieden, sich in feste Bündnisstrukturen einbinden zu lassen. Man will in jeder Lage autonom entscheiden können.

          Frühzeitig einbinden

          Für Deutschland und Europa bedeutet das, dass die Beziehungen zu Indien das sprichwörtliche Bohren sehr dicker Bretter erfordern. Die Angebote, die der Westen den Indern machen kann, sind durchaus attraktiv. Es gibt viele gemeinsame Interessen. Nur können nicht einmal die Amerikaner mit einer festen Be­schlusslage nach Delhi kommen und dann erwarten, dass man diese dort dann „abnickt“. Für Europa gilt das erst recht.

          Man sollte deshalb Indien bei vielen Entscheidungsprozessen frühzeitig einbeziehen und auf diese Weise ein Beispiel dafür geben, wie die Welt des 21. Jahrhunderts ihre Probleme lösen könnte. Die chinesische Methode ist dafür jedenfalls nicht geeignet.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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