https://www.faz.net/-gpf-zt2k

Awacs-Flugzeuge : Fliegende Radarstationen für Afghanistan

  • -Aktualisiert am

Awacs-Flugzeuge - Einsatz in 10.000 Meter Höhe Bild: dpa

Demnächst sollen Awacs-Flugzeuge in Afghanistan eingesetzt werden. Ohne die deutschen Soldaten wären die fliegenden Radarstationen wohl nicht einsatzfähig. Horst Bacia hat die wichtigsten Fakten rund um die Flugzeuge zusammengetragen.

          2 Min.

          Die Flugzeuge des Nato-eigenen „Airborne Warning and Control System“ (Awacs), die demnächst in Afghanistan eingesetzt werden sollen, dienen zur Überwachung des Luftraums und zur taktischen Führung eigener Luftstreitkräfte. Im Wesentlichen handelt es sich um eine fliegende Radarstation. An der pilzartigen Radarantenne, die auf dem Rumpf einer Boeing 707 montiert ist, einen Durchmesser von 9,1 Meter hat und 1,8 Meter dick ist, sind die Flugzeuge leicht zu erkennen. In Afghanistan sollen sie vor allem zur Überwachung des gesamten zivilen und militärischen Luftverkehrs (der Isaf und der Anti-Terrorismus-Operation „Enduring Freedom“) eingesetzt werden.

          Das Rundumradar kann alle fliegenden Objekte erfassen, ob sie sich nun tief über dem Erdboden oder in großer Höhe bewegen. Die Reichweite des Radars wird mit mehr als 300 Kilometern angegeben. Ein Awacs-Flugzeug operiert in der Regel in etwa 10.000 Meter Höhe. Aus dieser Position kann es mehr als 300.000 Quadratkilometer überwachen; das entspricht fast der Fläche Deutschlands.

          Kontakt mit den Bodenstationen

          Kombiniert mit einem Freund/Feind-Identifizierungssystem, lassen sich aus dieser Höhe eigene oder fremde Flugzeuge, Hubschrauber und unbenannte Drohnen erfassen und auf ihrer Flugbahn verfolgen. Über die Kommunikations- und Führungsmittel des Awacs-Flugzeugs kann die Besatzung mit den Piloten der erfassten Luftfahrzeuge oder Bodenstationen Kontakt aufnehmen. Auch die Unterstützung von Luft-Boden-Operationen, etwa bei Aufklärungsflügen, beim Lufttransport oder bei Einsätzen gegen Ziele am Boden (Zielanweisung), ist möglich.

          Das Rundumradar kann alle fliegenden Objekte erfassen
          Das Rundumradar kann alle fliegenden Objekte erfassen : Bild: AP

          Die Bereitstellung von Awacs-Flugzeugen für Afghanistan beruht auf Wünschen des amerikanischen Kommandeurs der Isaf-Schutztruppe, General McKiernan. Anfang Juni leitete sein Vorgesetzter, der operative Befehlshaber des Isaf-Einsatzes, der deutsche General Ramms im Nato-Hauptquartier in Brunssum, seine Anforderung in einem Brief an den Alliierten Oberbefehlshaber in Europa (Saceur), General Craddock, weiter. Sollten er und sein Stab die Anforderung befürworten, muss das Alliierte Oberkommando (Shape) in Mons einen Vorschlag mit Einzelheiten des Einsatzes ausarbeiten und dem Nato-Militärausschuss vorlegen.

          Fliegendes, operatives und technisches Personal

          In diesem Gremium sind alle 26 Mitgliedstaaten durch ranghohe Offiziere vertreten. Sollte der Vorschlag mit dem geltenden Isaf-Operationsplan nicht kompatibel sein, müsste auch der Nato-Rat, das höchste zivile Entscheidungsgremium der Allianz, darüber beraten und einen Beschluss fassen. In Brüssel wird damit gerechnet, dass vermutlich viele Wochen, wenn nicht Monate vergehen, bis eine Entscheidung ansteht.

          Die Awacs-Flotte der Nato besteht aus 17 einsatzfähigen Radarflugzeugen und ist in Geilenkirchen in der Nähe von Aachen stationiert. Zwölf der 26 Mitgliedstaaten beteiligen sich an diesem gemeinsamen Projekt. Deutschland stellt nach den Vereinigten Staaten die meisten finanziellen Mittel und das meiste Personal zur Verfügung. Etwa 500 der 3000 militärischen und zivilen Dienstposten in Geilenkirchen werden von Deutschen besetzt. Die Besatzung eines Awacs-Flugs besteht in der Regel aus 16 Soldaten - fliegendem, operativem und technischem Personal - und ist multinational. Ohne die Beteiligung deutscher Soldaten wäre das System vermutlich nicht einsatzfähig.

          Weitere Themen

          Trudeaus Liberale gewinnen Kanada-Wahl

          Prognosen : Trudeaus Liberale gewinnen Kanada-Wahl

          Premier Justin Trudeau hatte Neuwahlen ausgerufen, um in Kanada mit absoluter Mehrheit regieren zu können. Ersten Ergebnissen zufolge haben seine Liberalen die Wahl gewonnen – doch ob es für mehr als die Hälfte der Mandate reicht, blieb zunächst unklar.

          Topmeldungen

          Armin Laschet nach der Präsidiumssitzung der CDU am Montag in Berlin

          Laschet in Not : Warten auf die Wende

          Die launige Stimmungsdemokratie tut Laschet nicht den Gefallen einer „Wende“ durch die Medien. Auf die konnte sich die CDU noch nie verlassen. Aber das war und ist nicht die Schwäche der Union, sondern ihre Stärke.
          Justin Trudeau, Parteivorsitzender der Liberalen, wird den Prognosen nach Premierminister von Kanada bleiben.

          Prognosen : Trudeaus Liberale gewinnen Kanada-Wahl

          Premier Justin Trudeau hatte Neuwahlen ausgerufen, um in Kanada mit absoluter Mehrheit regieren zu können. Ersten Ergebnissen zufolge haben seine Liberalen die Wahl gewonnen – doch ob es für mehr als die Hälfte der Mandate reicht, blieb zunächst unklar.
          Frank Plasberg wollte anhand von Leitfragen die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen.

          TV-Kritik Hart aber fair : Die Nato wird wohl nicht aufgelöst

          Frank Plasberg hat sich kurz vor der Wahl etwas Besonderes ausgedacht. Mit Leitfragen will er die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen. Doch am Ende entgleitet es ins Aberwitzige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.