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Ausweisung wegen Corona-Krise : Deutsche Studenten als Spielball amerikanischer Politik?

Einiges ist anders: Mitarbeiter der California State University in San Marcos jubeln für Graduierte. Bild: Reuters

Deutsche Studenten sollten die Vereinigten Staaten verlassen, wenn sie wegen Corona nur Online-Kurse belegen. Am Dienstag aber lenkte die Regierung Trump überraschend ein.

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          Während deutsche Universitäten schon aus Rücksicht auf ihre ausländischen Studenten so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anbieten und klare Perspektiven für das Wintersemester formulieren, drohte deutschen Studenten in den Vereinigten Staaten die Ausweisung, wenn ihre Hochschulen im Wintersemester nur Online-Lehre anbieten. In den Vereinigten Staaten wollten Hunderte von Hochschulen vor Gericht ziehen, um die Ausweisung zu verhindern. Die Einwanderungsbehörde hatte in der vergangenen Woche angekündigt, ausländische Studenten, die an einer amerikanischen Universität ausschließlich Online-Kurse besuchten, müssten das Land verlassen – andernfalls drohe ihnen die Ausweisung.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Mehr als 200 Universitäten hatten daraufhin die Harvard University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT), beide in Cambridge, unterstützt, die gegen die Einwanderungsbehörde der Vereinigten Staaten vor ein Bundesgericht in Boston gezogen waren. Am Dienstag konnten sich die beiden Hochschulen nach einer ersten Anhörung über einen Sieg freuen. Die Regierung von Donald Trump gab nach, wie die zuständige Bundesrichterin Allison D. Burroughs während einer Telefonkonferenz mit den Hochschulen mitteilte. Demnach zieht die Einwanderungsbehörde, die verfügt hatte, dass Studenten aus dem Ausland nicht in den Vereinigten Staaten bleiben dürfen, wenn ihre Hochschule im Herbst wegen der Corona-Pandemie nur online unterrichtet, die Anweisung zurück.

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