https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/australien-was-die-sozialdemokraten-nach-ihrem-sieg-planen-18102798.html

Australien nach der Wahl : Was haben die Sozialdemokraten in Down Under vor?

Besuch beim Nachbarn und Parteifreund: Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern mit Anthony Albanese in Sydney. Bild: Reuters

In Canberra regieren wieder Sozialdemokraten. Durch diese „Zäsur“ ändert sich manches, kaum jedoch in der Außenpolitik. Innenpolitisch werden klassische Themen der Sozialdemokratie bedient.

          3 Min.

          Die erste Besucherin, die dem neuen australischen Premierminister nach seiner Wahl persönlich in Canberra gratulieren durfte, war eine alte Bekannte aus der Nachbarschaft. Als Sozialdemokraten sind Australiens neuer Regierungschef Anthony Albanese und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern aus ihrer politischen Arbeit auf der jeweiligen Seite der Meerenge, die ihre Länder voneinander trennt, einander vertraut. Ardern begann mit 17 Jahren, sich für die neuseeländische Labour Party in ihrem Land zu engagieren, Albanese gehört zu den dienstältesten Abgeordneten der charakteristisch nach amerikanischem Englisch ohne u geschriebenen sozialdemokratischen Labor Party in Australien. Die beiden umarmten sich freundschaftlich, trafen sich zum formlosen Abendessen und tauschten Schallplatten australischer und neuseeländischer Musiker aus.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der Neuseeländerin, die mit Albaneses Vorgänger, dem Konservativen Scott Morrison, eine pragmatische Arbeitsbeziehung geführt hatte, war die Freude über das Ergebnis der Wahl vom 21. Mai anzumerken. Australien hat in gewisser Weise den Wechsel nachvollzogen, den Neuseeland bald fünf Jahre vorher vorgemacht hatte. Damals hatte die konservative Regierung nach neun Jahren, die vor allem der langjährige Premier John Key geprägt hatte, die Macht abgeben müssen. Auch in Canberra hatte die Koalition aus Liberal und National Party neun Jahre lang regiert. Anders als in Neuseeland waren diese Jahre allerdings von häufig wechselnden Premiers geprägt. Dafür führt Albanese nun nicht wie Ardern in ihrer ersten Amtszeit eine Minderheitsregierung an, sondern kann mit einer eigenen Mehrheit im Parlament seine Politik durchsetzen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Elektro-Fahrräder : Yamaha will mit E-Bikes den Ton angeben

          Yamaha, hierzulande bekannt für guten Klang und Motorroller, besetzt ein Trio für den europäischen E-Bike-Markt. Erste Testfahrten zeigen: Die Räder sind technisch hochwertig und gut verarbeitet.
          Ziemlich gute Freunde?  FIFA-Präsident Gianni Infantino (links) im Gespräch

          Korruptionsjäger Pieth : „Die FIFA wurde von Qatar gekauft“

          Mark Pieth hält den Fußball-Weltverband für eine „Bande von Schwächlingen“. Aus Sicht des Schweizer Strafrechtlers sollte sich die UEFA geschlossen gegen den „wirren“ FIFA-Präsidenten Infantino stellen.