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Salomonen : Australien schickt nach Unruhen Friedenstruppen in Inselstaat

In der Stadt Honiara ziehen Rauchschwaden in den Himmel Bild: AFP

Seit zwei Tagen werden die Salomonen von Gewalt erschüttert. Die Wut richtet sich auch gegen chinesische Geschäfte und Gebäude. Der Streit zwischen der Regierung und einer Provinz hat auch eine außenpolitische Dimension.

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          Nach gewalttätigen Unruhen auf den Salomonen-Inseln schickt Australien Dutzende Soldaten und Polizisten auf eine Friedensmission in den pazifischen Inselstaat. Die Soldaten sollten helfen, die „Stabilität und Sicherheit“ herzustellen, sagte der australische Premierminister Scott Morrison. Es sei aber nicht die Absicht der australischen Regierung, sich in irgendeiner Weise in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Entsendung der zunächst 23 Polizisten und 43 Soldaten geschehe auf Bitten des Ministerpräsidenten Manasseh Sogavare, berichtete am Donnerstag die Zeitung The Australian. Nachdem die Demonstranten am Mittwoch erfolglos versucht hatten, das Parlament in der Hauptstadt zu stürmen und mehrere Gebäude in Flammen aufgegangen waren, hatte die Regierung einen Lockdown für 36 Stunden verhängt. Dennoch gingen die Krawalle am Donnerstag weiter. Im Chinesenviertel in der Hauptstadt Honiara brannten mehrere Geschäfte und Gebäude.

          Zwischen Peking und Taipeh

          Den australischen Medien zufolge fordern die Demonstranten den Rücktritt des Ministerpräsidenten Sogavare. Fachleute sehen Spannungen zwischen der Zentralregierung und der politischen Führung der bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich unterentwickelten Insel Malaita als Auslöser für die Krawalle. Viele Teilnehmer der anfänglich friedlichen Proteste sollen von der Insel stammen. Dort regt sich Fachleuten zufolge seit längerem Unmut über die angeblich ungerechte Verteilung von Ressourcen durch die Zentralregierung, die auf der Insel Guadalcanal in der Hauptstadt Honiara ihren Sitz hat. Der Streit zwischen der Regierung und der Provinz hat aber auch eine außenpolitische Dimension. Die Salomonen haben sich vor zwei Jahren entschieden, die seit dem Jahr 1983 bestehenden Beziehungen zu Taiwan aufzukündigen und stattdessen die Volksrepublik China anzuerkennen. Der Regionalministerpräsident von Malaita, Daniel Suidani, hielt damals an den Beziehungen zu Taiwan fest. Die Inselprovinz wurde von Taiwan mit mehreren Hilfsprojekten unterstützt.

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          Seit Jahren buhlen Peking und Taipeh im Südpazifik um die Anerkennung durch die dortigen insularen Kleinstaaten. Die südpazifischen Inselstaaten bekommen auch im geopolitischen Wettstreit zwischen China und Amerika zunehmend Aufmerksamkeit. Nach der Aufnahme der Beziehungen der Zentrale zu Peking versprach Washington der Provinz Malaita Hilfen in Höhe von 25 Millionen Dollar, ein Vielfaches der Hilfen, die ihr sonst in normalen Jahren zukommen.

          Die aktuellen Proteste arteten am Mittwoch in Gewalt aus, nachdem eine Hütte neben dem Parlament in Flammen aufgegangen war. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein. Später brannten dann eine Polizeistation und auch mehrere weitere Gebäude. Die Unruhen erinnern an frühere Perioden der Instabilität, in deren Verlauf Australien und Neuseeland einst ebenfalls Truppen in den Inselstaat schickten, um Ruhe herzustellen. „Ich hatte ehrlich gehofft, wir hätten unsere düstere Vergangenheit hinter uns gelassen. Aber heute hat sich gezeigt, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben“, sagte Ministerpräsident Sogavare am Mittwoch während einer Rede an die Nation.

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