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Australien : „Der Todeskult streckt seine Fühler aus“

In dieser umgebauten Garage in Fairfield lebten die beiden Männer, die nun festgenommen wurden. Bild: AFP

Die Polizei in Sydney hat einen Anschlag zweier IS-Sympathisanten vereitelt. In Australien wächst schon seit einiger Zeit die Angst vor einheimischem Terror. Die Alarmstufe wurde erhöht, Anti-Terror-Gesetze wurden verschärft.

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          Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus fühlte sich Australien lange Zeit nur indirekt betroffen. Anschläge drohten den Australiern vor allem im Ausland, wie bei den Attacken auf zwei Nachtclubs auf der indonesischen Insel Bali im Jahr 2002, und nicht auf australischem Boden. Durch den Aufstieg der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Mittleren Osten aber, den Zuzug neuer Einwandererschichten in den vergangenen zwei Jahrzehnten und die intensive Beteiligung der australischen Streitkräfte an Anti-Terroreinsätzen wächst die Angst vor dem einheimischen Terror.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Mehr als 90 Australier sollen mittlerweile auf Seiten des „Todeskults“ kämpfen, wie der Premierminister Tony Abbott den IS nennt, viele weitere gehören zu den Sympathisanten. Die australische Regierung hat deshalb schon seit einiger Zeit die Alarmstufe erhöht und weitgehende neue Anti-Terror-Gesetze verabschiedet. Die Geiselnahme in einem Café in Sydney durch einen geistig verstörten Islamisten im Dezember schien ihnen zusätzlich Recht zu geben. Und seit an diesem Mittwoch nun zwei Männer festgenommen wurden, die mutmaßlich unmittelbar davor standen, einen Anschlag im Namen der Miliz zu verüben, hat sich das Bedrohungsszenario noch einmal bestätigt.

          Die Verdächtigen wurden in Fairfield festgenommen, einem Vorort westlich von Sydney. Wie die australische Presse berichtete, war bei den beiden 24 und 25 Jahre alten Männern eine Machete, ein Jagdmesser, eine IS-Flagge sowie ein Bekennervideo gefunden worden.

          Aufgrund des Videos gehen die Behörden davon aus, dass sie einen für Dienstag, den Tag der Festnahme, geplanten Anschlag vereitelt haben. Was die Männer genau vorhatten, ist derzeit noch offen, die Polizei sprach lediglich von „schwerwiegenden Angriffen mit Terrorhintergrund“.  Die Vize-Polizeichefin Catherine Burn bestätigte laut dem Sender ABC jedoch, dass die Art der geplanten Attacke „den Botschaften des IS“ entspreche. Im Klartext dürfte das heißen, dass die beiden Männer wohl vorhatten, einen Menschen zu enthaupten, so wie das IS-Führer vor Wochen gefordert hatten.

          Der Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, wo die beiden Männer festgenommen worden waren, bezeichnete den Plan als „mehr als verstörend“. „Zweifellos ist gestern etwas Katastrophales verhindert worden. Dafür sollten wir dankbar sein“, sagte der Chef der Regionalregierung dem Sender ABC. Premierminister Abbott zufolge dürfte die Bedrohung durch Terrorattacken nun „zunächst schlechter werden, bevor es besser wird“.

          Auf dem beschlagnahmten Video ist dem Regierungschef nach einer der Männer zu sehen, der vor einer IS-Flagge auf dem Boden kniet und eine Stellungnahme auf arabischer Sprache abgibt. „Wie wir in jüngerer Zeit immer wieder gesehen haben, streckt der Todeskult auf der ganzen Welt seine Fühler aus, auch hier in Australien“, sagte Abbott. Leider gebe es Menschen in Australien, die sich davon beeinflussen ließen.

          Ein Nachbar beschrieb die Verdächtigen als ruhige, humorvolle Männer und gläubige Muslime. Sie sollen der Polizei nicht als mögliche Terroristen bekannt gewesen sein. Hinweise kamen erst am Dienstag aus der Bevölkerung. Laut dem „Sydney Morning Herald“ stammen die beiden Männer aus Kuweit und dem Irak. Sie wohnten zusammen in einer garagenartigen Wohnung hinter einem Einfamilienhaus. Der eine Mann soll sich gerade in der Ausbildung zum Krankenpfleger befunden haben, der andere hatte den Beruf in seiner Heimat erlernt. Ob sie direkten Kontakt zum IS hatten, ist bisher unklar.

          Australien verbietet seit einigen Wochen Reisen in sogenannte Terrorzonen im Mittleren Osten, die mit Gefängnis von bis zu zehn Jahren bestraft werden können. Die Pässe mutmaßlicher Extremisten können vorübergehend beschlagnahmt werden. Einen lückenlosen Schutz vor möglichen Anschlägen bieten die Maßnahmen aber offensichtlich nicht.

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