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Ausländische Einflussnahme : Der verlängerte Arm Pekings in Australien

Der australische Oppositionsführer Bill Shorten von der Labor-Partei zeigt im Parlament in Canberra ein Foto, auf dem der chinesische Milliardär Huang Xiangmo mit der ehemaligen Außenministerin Julie Bishop zu sehen ist. Xiangmo hat hervorragende Kontakte in die Politik. Bild: AP

Huang Xiangmo gilt als Chinas „Top-Lobbyist“ in Australien. Jetzt hat die Regierung in Canberra dem Milliardär überraschend den Aufenthaltstitel entzogen.

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          Wo genau sich der chinesische Geschäftsmann derzeit befindet, ist unbekannt. An einer Tatsache gibt es aber keinen Zweifel: In seiner Wahlheimat Australien ist Huang Xiangmo jedenfalls nicht. Die Regierung in Canberra hat laut einem Bericht des „Sydney Morning Herald“ die Aufenthaltsgenehmigung des Chinesen für ungültig erklärt. Der seit etwa zwei Jahren laufende Antrag auf die australische Staatsbürgerschaft wurde abgelehnt. Der Unternehmer mit exzellenten Verbindungen in die australische Politik und Geselentziegtlschaft – es gibt Fotos von ihm mit Ministern, Oppositionsführern und Regierungschefs – ist plötzlich kein willkommener Gast mehr.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Hintergründe dafür sind laut der Zeitung die engen Verbindungen des Unternehmers zur Kommunistischen Partei Chinas. Huang hatte Organisationen für Auslandschinesen geleitet, die der chinesischen „Einheitsfront“ zugerechnet werden. Er ist außerdem Gründer des Australia China Relations Institute, einer Denkfabrik unter dem ausgesprochen chinafreundlichen ehemaligen australischen Außenminister Bob Carr.

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