https://www.faz.net/-gpf-9jp1l

Größtes Rüstungsgeschäft : Australien bestellt französische U-Boote für 30 Milliarden Euro

  • Aktualisiert am

Der australische Premierminister Scott Morrison (Mitte) zusammen mit dem australischen Verteidigungsminister Christopher Pyne (l.) und der französischen Verteidigungsministerin Florence Parly Bild: AFP

Australien will seine Flotte modernisieren – und bestellt zwölf U-Boote bei einem französischen Konzern. Auch ein deutsches Unternehmen bemühte sich um den Großauftrag, ging aber leer aus.

          1 Min.

          Australien hat das größte Rüstungsgeschäft seiner Geschichte abgeschlossen: Die Regierung in Canberra unterzeichnete am Montag einen Vertrag mit Frankreich zur Lieferung von zwölf U-Booten im Gesamtwert von umgerechnet mehr als 30 Milliarden Euro. Die U-Boote sollen Australien helfen, seinen strategischen Einfluss in der Region zu sichern. Bei dem Geschäft ging der deutsche Thyssen-Krupp-Konzern leer aus.

          Bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Canberra bezeichnete der australische Premierminister Scott Morrison das Geschäft mit dem französischen Rüstungskonzern Naval Group als „größte Investition in die Verteidigung in Friedenszeiten“.

          Die Naval Group hatte bereits 2016 den Zuschlag für den Bau der U-Boote erhalten. Der französische Rüstungskonzern, der sich damals noch DCNS nannte, setzte sich damit unter anderen gegen den deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp durch. Die Naval Group wird zu gut 62 Prozent vom französischen Staat gehalten.

          Die U-Boote sollen ab Anfang der 2030er-Jahre ausgeliefert werden. Sie sollen den veralteten Bestand der australischen Marine ersetzen. Gebaut werden die U-Boote in Australien. In Adelaide im Süden des Landes sollen rund 2800 Arbeitsplätze entstehen, in Frankreich werden rund 500 Menschen beschäftigt.

          Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly nannte das Rüstungsgeschäft in Canberra ein Zeichen des „Vertrauens“ zwischen beiden Ländern. Damit erhalte Australien einen strategischen „Vorteil über die gesamte Region“.

          In den Gewässern nördlich und östlich von Australien ringen China, Amerika und Regionalmächte um Einfluss. Peking erhebt Anspruch auf das Südchinesische Meer und hat dort mehrere künstliche Inseln aufgeschüttet. Washington fürchtet, dass sich China den Einfluss über die wichtige Schifffahrtsstraße sichern will.

          Weitere Themen

          Meuthen startet Angriff auf rechtes Lager Video-Seite öffnen

          AfD-Parteitag : Meuthen startet Angriff auf rechtes Lager

          Auf dem AfD-Bundesparteitag hat Parteichef Jörg Meuthen einen Frontalangriff auf das rechte Lager gestartet. In seiner Rede in Kalkar kritisierte er eine zunehmend radikale Wortwahl und warnte vor der Nähe zur Querdenken-Bewegung.

          Topmeldungen

          Angriff in Iran : Attentat nach dem Kalender

          Bis Biden kommt, will Israel die Fähigkeiten Irans soweit es geht schwächen – und die angekündigten Verhandlungen über ein wiederaufgelegtes Atomabkommen verderben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.