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Illegaler Außenposten Eviatar : Israels Regierung in der Zwickmühle

Oben und unten: Siedler stehen auf dem Hügel im Außenposten Eviatar, während Palästinenser aus Protest mit Laserlicht leuchten. Bild: AFP

Ein nicht genehmigter Außenposten im Westjordanland bringt Israels neue Regierung in Bedrängnis. Die Siedler frohlocken. Manches deutet darauf hin, dass ihr Einfluss auf die Politik nicht geringer geworden ist.

          3 Min.

          Wenige Tage vor der Abstimmung über die neue Regierung in Israel hatten jüdische Siedler einen Hügel im besetzten Westjordanland in Beschlag genommen, ganz in der Nähe der Stadt Nablus und auf dem Land von drei palästinensischen Dörfern. Die Aktion folgte auf einen palästinensischen Schusswaffenanschlag, bei dem ein 19 Jahre alter Siedler an der nahe gelegenen Tapuach-Kreuzung ermordet worden war.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Binnen weniger Wochen ist aus dem Hügel nun ein Außenposten mit etwa fünfzig Bewohnern geworden, ohne dass die israelische Regierung dies formal genehmigt hätte. Der Außenposten trägt den Namen „Eviatar“, nach einem weiteren, 2013 ermordeten Israeli. Benjamin Netanjahu ließ das in den letzten Tagen seiner Amtszeit geschehen. Absichtlich, sagen manche, um der neuen Regierung gleich eine Ladung politischen Sprengstoff unterzuschieben. Die Zeitung Haaretz hatte Fotos verbreitet, auf denen israelische Soldaten beim Aufbau der Siedlung halfen.

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