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Ausschreitungen in Ägypten : Ein Toter bei Unruhen in Kairo

  • Aktualisiert am

Auf den Straßen von Kairo: Ein Demonstrant flüchtet aus einer Tränengaswolke. Bild: dpa

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist bei Unruhen ein Mann getötet worden. Am Samstag wurden die Todesurteile gegen 21 Angeklagte wegen der Fußballkrawalle in Port Said vor einem Jahr bestätigt, woraufhin es abermals zu Ausschreitungen kam. In Kairo wurden mehrere Gebäude in Brand gesteckt.

          In der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen, nachdem die Todesurteile gegen 21 Angeklagte wegen der tödlichen Fußballkrawalle im vergangenen Jahr bestätigt worden waren. Bei den Ausschreitungen ist nach Angaben von Rettungskräften ein Mann ums Leben gekommen. Er sei erstickt, nachdem er in der Nähe des Tahrir-Platzes Tränengas eingeatmet habe, sagte der Leiter der Rettungsdienste der Nachrichtenagentur AFP. Der Mann sei „im Krankenwagen gestorben“.

          Mehrere Gebäude in Brand gesteckt

          Militante Fußballfans stürmten in Kairo einen Gebäudekomplex, in dem sich ein Club für Polizeioffiziere befand und steckten mehrere Gebäude in Brand, wie ein Vertreter der  Sicherheitskräfte sagte. Kurz darauf stand auch der Sitz des ägyptischen Fußballverbandes in der Hauptstadt in Flammen. An anderen Gebäuden waren Fensterscheiben zerstört. Feuerwehrleute versuchten den Brand zu löschen, der sich im Gebäude ausbreitete. Hunderte sogenannte Ultras marschierten zum  Innenministerium, das in der Nähe des Tahrir-Platzes im Zentrum der Hauptstadt liegt.

          Gericht bestätigt Todesurteile

          Die ägyptische Justiz hatte am Samstagvormittag in Kairo die Todesurteile gegen 21 Angeklagte wegen tödlicher Fußballkrawalle in der Hafenstadt Port Said im vergangenen Jahr bestätigt und gegen weitere Beteiligte teils langjährige Haftstrafen verhängt. Die Krawalle hatten sich im Februar 2012 in Port Said nach dem Ende eines Spiels zwischen der Heimmannschaft Al-Masri und dem aus Kairo kommenden Tabellenführer Al-Ahli ereignet. Nach der Niederlage ihres Clubs stürmten Al-Masri-Anhänger das Spielfeld und  bewarfen die Fans von Al-Ahli mit Steinen und Flaschen. Mehr als 70  Menschen wurden getötet, zudem lösten die Krawalle blutige Proteste  und Unruhen auch in Kairo aus, bei denen weitere Menschen starben. Bei den Fans, die jetzt die Gebäude des Polizeiclubs stürmten, handelte es sich um Anhänger von Al-Ahli.

          Aufgeheizte Stimmung: Die Urteile lösten abermals heftige Krawalle in Kairo aus Bilderstrecke

          In der Hafenstadt Port Said lösten Demonstranten Augenzeugen zufolge mehrere Schnellboote aus ihrer Verankerung. Dem Kanalbetreiber zufolge wurde der Verkehr aber nicht beeinträchtigt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete. Bisher galt die für den internationalen Handel wichtige Wasserstraße als Tabu bei den seit Wochen immer wieder aufflammenden Protesten.

          Die Demonstranten machten die Schnellboote Augenzeugen zufolge in der Hoffnung los, dass sie in den Seeweg treiben und vorbeifahrende Schiffe stören. Zudem hinderten rund 2000 Demonstranten Autofähren an der Überfahrt über den Suez-Kanal, ein wichtiger Arbeitgeber in Port Said. Die Stadt am nördlichen Eingang der Wasserstraße ist zu einem Brennpunkt der jüngsten Krawalle in Ägypten geworden. Allein in der vergangenen Woche starben mindestens acht Menschen, als sich Bewohner mit der Polizei Straßenschlachten lieferten.

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