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Ausschreitungen beendet : Lage in Griechenland beruhigt sich

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

In Griechenland hat sich die Lage am frühen Montagmorgen beruhigt. Fast alle Autonomen haben das Polytechnikum in Athen verlassen, in dem sie sich verbarrikadiert hatten. Das berichtet das lokale Fernsehen.

          2 Min.

          Die Lage in Griechenland hat sich am frühen Montagmorgen beruhigt. Wie das griechische Fernsehen berichtete, hätten fast alle „Autonomen“ das Polytechnikum in Athen verlassen, wo sie sich verbarrikadiert hatten. Bei den Straßenkämpfen waren seit Samstagabend 40 Menschen verletzt worden. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 20 Randalierer fest. Nach dem Tod eines 15 Jahre alten Jugendlichen durch eine Polizeikugel waren am späten Samstagabend Unruhen ausgebrochen.

          Ganze Straßenzüge in Athen und im nordgriechischen Thessaloniki glichen Kriegsgebieten. Mehr als 500 Angestellte der Stadt versuchten, die Wracks der Autos aus den Straßen zu entfernen. Die Randalierer hinterließen zudem zerstörte Bankfilialen, Polizeiwachen, Autohäuser, Regierungsgebäude, Privatwohnungen, Geschäfte sowie brennende Barrikaden. In einigen Straßen hingen dicke Tränengasschwaden. Hunderte Einwohner litten unter Atemwegebeschwerden.

          Tödliche „Warnschüsse“

          Der 37 Jahre alte Polizist, der den tödlichen Schuss abgegeben haben soll, sagte aus, er habe drei Warnschüsse abgefeuert. Einer davon habe den Jugendlichen als Querschläger getroffen. Zuvor habe eine Gruppe „Autonomer“ seinen Streifenwagen, in dem er zusammen mit einem Kollegen gesessen habe, mit Steinen angegriffen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten Totschlag vor, seinem Kollegen
          im Streifenwagen Beihilfe zum Totschlag. Die Beamten wurden in Untersuchungshaft genommen.

          Explosion der Gewalt

          Nach Darstellung von Augenzeugen soll es nur zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den Autonomen und der Besatzung des
          Streifenwagens gekommen sein. Anschließend habe der Polizist direkt in die Richtung des Jungen geschossen. „Es war kaltblütiger Mord“, sagte ein Augenzeuge im Radio. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias übte indirekt Kritik an dem Vorgehen der Polizei.
          Die Rechtstaatlichkeit sei durch diese Ereignisse verletzt worden.

          Zusammenstöße auch in anderen Landesteilen

          Innenminister Prokopis Pavlopoulos wies vorschnelle Schuldzuweisungen zurück und erklärte: „Wir warten auf die gerichtsmedizinischen
          Ergebnisse.“ Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Ministerpräsident Kostas Karamanlis sprach der Familie des Opfers sein
          Beileid aus. Ein Rücktrittsangebot des Innenministers lehnte er ab.

          Zu Zusammenstößen nach dem tödlichen Schuss kam es auch in der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki. Auch in Komotini und Ioannina im Norden des Landes gab es wie auf der Mittelmeerinsel Kreta und in der Hafenstadt Patras Ausschreitungen. Ursprünglich wollten am Montag Anhänger der Kommunistischen Partei Griechenlands und anderer linksgerichteter Gruppen abermals auf die Straße gehen.

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