https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ausloeser-des-falschen-raketenalarms-auf-hawaii-glaubte-an-attacke-15425051.html

Nach Panik in der Bevölkerung : Auslöser des falschen Raketenalarms auf Hawaii glaubte an Attacke

  • Aktualisiert am

This is not a drill! „Das ist keine Übung“ stand fälschlicherweise in der Warnmeldung der Katastrophenschutzbehörde von Hawaii. Bild: dpa

Der Raketenalarm, der im Januar auf Hawaii für Panik sorgte, wurde einem Untersuchungsbericht bewusst ausgelöst. Zum Senden der SMS-Warnung führte demzufolge eine Mischung aus menschlichem Versagen und mangelhafter Kontrolle.

          1 Min.

          Der Mitarbeiter, der am 13. Januar die Bevölkerung auf Hawaii mit einem falschen Raketenalarm in Angst und Schrecken versetzte, glaubte wirklich an einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Das geht der „Washington Post“ zufolge aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht der für Kommunikationswege zuständigen amerikanischen Bundesbehörde FCC hervor. Demnach war es eine Kombination aus menschlichem Versagen und mangelhaften Kontrollmaßnahmen, die zur bewussten Auslösung des Alarmsystems und in der Folge unter anderem zur Aussendung von SMS-Warnungen führte.

          Nach Schilderungen der Zeitung hatte sich an jenem Tag ein Aufseher von Nachtschicht-Mitarbeitern in der hawaiischen Katastrophenbehörde EMA spontan zu einem Alarmtest entschlossen, der den gerade eintreffenden Tagesschichtarbeitern galt. Deren Vorgesetzter dachte aber, dass sich der Test noch an die Nachtdienstler richtete und war daher nicht darauf vorbereitet, den morgendlichen Test zu überwachen.

          „Übung, Übung,Übung“

          So gab es keine angemessene Aufsicht, als der Nachtdienstleiter den Tagesmitarbeitern – wie bei solchen Tests vorgesehen – eine angebliche Botschaft des amerikanischen Pazifikkommandos vorspielte, in der vor einer Raketenbedrohung gewarnt wurde. Wie die Zeitung weiter aus dem FCC-Bericht zitiert, enthielt diese Botschaft zwar die Worte „Übung, Übung,Übung“, aber an anderer Stelle fälschlicherweise auch die Formulierung: „Dies ist kein Test.“ Der betreffende Mitarbeiter hörte aber die erste Passage mit dem Bezug auf die Übung nicht und handelte aufgrund der zweiten Passage, die nicht in die Botschaft gehörte.

          Es dauerte dem Bericht zufolge dann sieben Minuten, bis die von ihm ausgelösten Warnbotschaften per SMS und Laufband im Fernsehen gestoppt wurden. Danach vergingen noch weitere 33 Minuten bis zu einer öffentlichen Korrektur des Fehlalarms – weil es keine festen Pläne für Prozeduren in derartigen Fällen gab.

          Hawaii liegt nach Einschätzung von Experten in Reichweite von Raketen aus Nordkorea. Das Land in Südostasien unterhält trotz UN-Verboten ein Atomwaffenprogramm.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zwei der Angeklagten mit ihren Verteidigern im Dresdener Juwelenraub-Prozess

          Prozess um Juwelenraub : Keinen Deal um jeden Preis

          Wandelt sich der Prozess um den Diebstahl aus dem Grünen Gewölbe zum Basar? Das Gericht sollte auf seinen Forderungen bestehen oder die Abmachungen mit den Angeklagten aufkündigen.
          Vorstandschef Mark Zuckerberg will bei Meta die Kosten reduzieren.

          Facebook-Mutterkonzern : Meta macht wieder etwas Hoffnung

          Der Internetkonzern erleidet einen weiteren Umsatzrückgang – schneidet aber besser als erwartet ab. Vorstandschef Mark Zuckerberg ruft ein „Jahr der Effizienz“ aus. Aber er akzeptiert weiter Milliardenverluste mit dem Metaversum.
          Polizisten in Wien bewachen den Prozess gegen mutmaßliche Unterstützer des Attentäters.

          Attentat in Wien : Lange Haftstrafen für Terror-Helfer

          Der Attentäter, der im November 2020 in Wien vier Menschen tötete, wurde noch in der Nacht des Anschlags von der Polizei erschossen. Nun wurden vier seiner Helfer zur Rechenschaft gezogen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.