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Ausgangssperre in Israel : Das doppelte Pessach-Mahl

Im Kreise der Familie: Pessach-Fest in der jüdischen Gemeinde Bielefeld (Archivbild) Bild: Picture-Alliance

Viele Juden werden den Beginn des Pessach-Fests in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mit der Familie feiern. Die obersten Rabbiner haben auch Videokonferenzen zum Seder-Mahl untersagt.

          5 Min.

          Viele Israelis werden einen der wichtigsten Feiertage des Jahres dieses Mal nur im engsten Familienkreis verbringen. Die Regierung hat zum Beginn des Pessach-Fests am Mittwochabend eine komplette Ausgangssperre bis zum nächsten Morgen verhängt, um größere Zusammenkünfte und eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Schon seit Dienstag ist deshalb der Überlandverkehr zwischen den Städten verboten. Familientreffen sind nicht möglich, ausgerechnet jetzt: „Bei Pessach geht es nicht nur um die Weitergabe der Traditionen über Generationen, im Laufe der Zeiten ist es auch das zentrale Familienfest geworden“, sagt der orthodoxe Rabbiner Avichai Schmila in einem Gespräch über das Videokonferenzprogramm Zoom.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Während Feiertage wie Jom Kippur vor allem in der Synagoge gefeiert werden, findet der Seder-Abend an Pessach zu Hause statt. „Es geht darum, den Kindern die Geschichte des Volkes Israel zu erzählen und wie es aus Ägypten auszog. Es geht darum, die Tradition fortzuführen.“ Und die Geschichte müsse erzählt werden, selbst wenn keine Kinder dabei seien: Von der Unterdrückung der Juden durch den Pharao, bis Gott sich seines Volkes erbarmte, Moses zum Pharao kam und sagte: „Lass mein Volk ziehen.“ Und das auserwählte Volk wurde in die Freiheit geführt ins eigene Land, die Nationenbildung gewissermaßen vollzogen.

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