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Auschwitz-Überlebender : „Bist du verrückt, Deutsche machen so etwas?“

  • -Aktualisiert am

Für immer auf seiner Haut: Die Häftlingsnummer der Nazis sieht Moshe Haelion immer, wenn er auf seine Uhr schaut. Bild: EPA

Moshe Haelion wird als Jugendlicher nach Auschwitz deportiert. Er kann zunächst nicht glauben, was dort passiert. 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers ist er sich sicher: „Ein Holocaust kann wieder geschehen.“

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          „Ich erzähle meine Geschichte so, wie ich sie auch früher erzählt habe“, sagt Moshe Haelion. „Und ich werde sie so lange erzählen, wie ich lebe.“ Doch bis Haelion zu sprechen begann, sollten Jahrzehnte vergehen. Bis er ein Gedicht schrieb, das er seiner Schwester widmete, die in derselben Nacht ermordet wurde, in der sie in Auschwitz ankamen: „Meiner kleinen Schwester Nina / die wilde Bestien deportierten / als ins Lager sie brachten / in die Flammen ward sie geworfen“. Sechs Tage waren sie in einem geschlossenen Viehwagen eingepfercht gewesen, in jedem Waggon des Zuges waren zwei Eimer für die Exkremente. Die Fahrt gehe nach Krakau, hatten ihnen die Deutschen vorgelogen. Dort gebe es viele Juden, und man könne sich ein schönes neues Leben aufbauen.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Im griechischen Saloniki verbrachte Haelion seine Kindheit in einer „normalen jüdischen Familie, religiös, doch nicht so extrem, wie sie heute in Israel sind“. Als eines von wenigen jüdischen Kindern ging er aufs Gymnasium, aber in seiner Straße lebten vor allem Juden. Auch in Saloniki gab es in den dreißiger Jahren antijüdische Übergriffe, wurde eine Synagoge angezündet, erinnert sich Haelion. Im April 1941 marschierte die Wehrmacht ein. Wenige Tage später starb Haelions kranker Vater.

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