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Aus Ägypten? : Raketen auf Israel und Jordanien

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Mutmaßlich vom ägyptischen Sinai aus sind zwei Raketen auf Israel und Jordanien abgefeuert worden und auf die Städte Eilat und Aqaba niedergegangen. Unterdessen hat Israel einer UN-Untersuchung des Angriffs auf die Gaza-Hilfsflotte zugestimmt.

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          Bei einem Raketenangriff auf die Hafenstadt Aqaba ist am Montag ein Jordanier getötet worden. Vier weitere Menschen wurden nach Angaben des jordanischen Informationsministeriums verletzt, als eine Grad-Rakete vor dem Hotel Intercontinental in der Innenstadt des derzeit stark besuchten Badeorts am Roten Meer niederging; ein weiteres Geschoss richtete demnach keinen Schaden an.

          Nach Angaben eines israelischen Polizeisprechers schlug in der benachbarten israelischen Hafenstadt Eilat ebenfalls eine Rakete ein, ohne Schäden zu verursachen. Zwei weitere stürzten ins Rote Meer. Zuletzt waren Aqaba und Eilat im April mit Raketen angegriffen worden. Verletzt wurde dabei niemand.

          In Israel wird vermutet, dass abermals Terroristen vom ägyptischen Sinai aus die Raketen abgefeuert haben könnten. Lokale Medien am Golf von Aqaba zitierten Augenzeugen, die gesehen haben wollen, dass die Raketen von Westen gekommen seien. Das jordanische Informationsministerium teilte mit, es sei auszuschließen, dass sie von jordanischem Gebiet abgefeuert worden seien.

          Bild: F.A.Z.

          Auch im Gazastreifen Explosion

          Ägyptische Sicherheitskräfte bestritten jedoch, dass der Angriff vom Sinai aus verübt worden sei. Angesichts verschärfter Kontrollen hätten Terroristen keine Chance mehr für eine logistisch so anspruchsvolle Aktion. Dennoch durchsuchten Polizei und Armee am Montag nach Angaben des Senders BBC mutmaßliche Abschussstellen an der Sinaiküste. Auf dem Sinai sind Terrorgruppen aktiv, die Al Qaida nahestehen und auch Verbindungen zur in Gaza herrschenden Hamas haben sollen. Über den Sinai wird die Hamas mit der Hilfe der dort lebenden armen Beduinen mit Waffennachschub versorgt.

          Auch im Gazastreifen war es am Montag zu einer Explosion gekommen. Dabei wurde das Haus eines Mitglieds der Qassam-Brigaden völlig zerstört. In der palästinensischen Presse ist von mehr als 30 Verletzten die Rede. Ein israelischer Militärsprecher bestritt jedoch, dass die israelische Luftwaffe hinter der Explosion in Deir al Balah stecke. In Gaza war auch von einem „Arbeitsunfall“ die Rede; so umschreibt man dort Unfälle bei der Herstellung von Bomben oder Raketen. In den vergangenen Tagen hatte die Armee mit mehreren Bombardements auf die jüngsten Raketenangriffe von Terrorgruppen aus dem Gazastreifen reagiert.

          Israel stimmt UN-Untersuchung des Angriffs auf Gaza-Hilfsflotte zu

          Unterdessen hat Israel hat nach Angaben aus Regierungskreisen einer Untersuchung des tödlichen Angriffs auf die sogenannte Gaza-Hilfsflotte durch die UN zugestimmt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe am Montag UN-Generalsekretär Ban Ki Moon informiert, dass Israel sich an einer solchen Untersuchung zu beteiligen bereit sei, teilte Netanjahus Büro mit. Bislang hatte sich die Regierung in Jerusalem einer internationalen Untersuchung der Militäraktion mit neun Toten widersetzt.

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