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Sind die Taliban zu stoppen? : Auf den schlimmsten Fall vorbereiten

  • -Aktualisiert am

Immer mehr Afghanen sind vor den Taliban auf der Flucht. Bild: AFP

Es herrscht Ratlosigkeit, ob und wie verhindert werden kann, dass die Taliban eine radikalislamische Herrschaft errichten. Man sollte Vorkehrungen treffen.

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          Jetzt, da der Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan bald abgeschlossen sein wird – die Truppen der anderen NATO-Partner haben das Land schon verlassen –, herrscht allgemeine Ratlosigkeit: Kann der Vormarsch der Taliban noch gestoppt werden? Wie kann verhindert werden, dass die Taliban, wenn sie schon nach der Macht greifen, eine radikalislamische Herrschaft errichten?

          Von Berlin aus sind die Einwirkungsmöglichkeiten gering. Was bisher halbwegs Eindruck machte, war die militärische Präsenz; die aber gibt es nicht mehr. Die Drohung des deutschen Außenministers, sollten die Taliban ein „Kalifat“ errichten, werde man Afghanistan die Entwicklungshilfe streichen, wird die Adressaten nicht im Mark treffen. Natürlich kann dann kein Geld fließen.

          Lehren aus dem Syrien-Debakel

          Richtig und sinnvoll wäre es, schon jetzt Vorkehrungen für den Fall großer Fluchtbewegungen zu treffen. Man kann nur hoffen, dass Lehren aus den Erfahrungen mit Syrien gezogen werden. Wenn sich Afghanen auf der Flucht vor den Taliban nicht auf den Weg nach Europa machen sollen, müssen sie in der Region anständig versorgt werden.

          Seinerzeit wurden die Hilfen für jene Organisationen, die sich um die syrische Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon sorgten, massiv gekürzt. Die Folgen sind bekannt, eine davon sitzt als stärkste Oppositionspartei im Bundestag. Vielleicht wird das „worst-case“-Szenario ja nicht wahr. Wenn doch, haben wir im Herbst ein radikalislamisches Regime in Kabul und womöglich Millionen Flüchtlinge.

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