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Auf 500.000 Dollar : Obama will offenbar Managergehälter kappen

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Obama hat die Bonuszahlungen an der Wall Street jüngst als „schändlich” bezeichnet Bild: AP

Barack Obama plant laut Medienberichten eine Obergrenze für Managergehälter: Unternehmen, die „außerordentlich“ große staatliche Hilfen in Anspruch nehmen, sollen künftig maximal 500.000 Dollar im Jahr für einen Top-Manager bezahlen.

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          Barack Obama plant laut Medienberichten eine Obergrenze für Managergehälter von 500.000 Dollar für Firmen, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Den Plan will Obama offenbar am heutigen Mittwoch bekanntgeben. Das berichten die „New York Times“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg übereinstimmend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die neuen Regeln wären damit weit strenger als bisher. Das „Wall Street Journal“ verweist auf einem Vorschlag von Senatorin Claire McCaskill, der eine Obergrenze von 400.000 Dollar vorsieht. Dies würde dem Gehalt des Präsidenten entsprechen.

          Geplant sei auch ein Verbot für Bonuszahlungen, die über das Gehalt hinausgingen. Normale Aktiendividenden seien davon ausgenommen. Obama hatte am Dienstag in Fernsehinterviews angekündigt, am (heutigen) Mittwoch Stellung zu seinen Vorstellungen über Managergehälter angesichts der Finanzkrise zu nehmen.

          Bonuszahlungen an der Wall Street haben für Empörung gesorgt

          Zu den fünf größten amerikanischen Unternehmen, die staatlich gestützt werden, gehören die Citigroup, die Bank of America, AIG, General Motors und Chrysler. Deren Top-Manager verdienten in den vergangenen Jahren deutlich mehr als 500.000 Dollar im Jahr. Die Tatsache, dass die Banken an der New Yorker Wall Street ihren Mitarbeitern für das vergangene Jahr insgesamt geschätzte 18,4 Milliarden Dollar als Bonus gezahlt haben, hat in Amerika jüngst für große Entrüstung gesorgt ( siehe Trotz Finanzkrise: Wall Street zahlt Milliarden-Prämien für 2008).

          Auch in Deutschland geht die Debatte um neue Regeln für Mangergehälter weiter: Heute trifft sich eine Koalitionsarbeitsgruppe zu abschließenden Beratungen. Die SPD will die Frage der Managervergütungen im nächsten Koalitionsausschuss am 4. März zum Thema machen.

          In der Diskussion ist, dass Vorstände erfolgsabhängige Vergütungen wie Aktienbezugsrechte erst nach einer Haltefrist von vier Jahren wahrnehmen können. Damit solle das langfristige Interesse des Managements an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung gestärkt werden. Die Koalition plant zudem, Vorstandsbezüge künftig vom gesamten Aufsichtsrat festsetzen zu lassen. Die SPD schlägt unter anderem vor, dass Unternehmen Gehälter und Abfindungen für Manager nur noch bis zu einer Million Euro steuerlich absetzen dürfen.

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