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Atomstreit : Signale der Wiederannäherung aus Nordkorea

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Bild: F.A.Z.

Einen Tag nach dem Besuch des amerikanischen Sondergesandten Bosworth in Nordkorea hat Pjöngjang Bereitschaft erkennen lassen, zu den Sechser-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückzukehren. Aber Skepsis bleibt.

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          Einen Tag nach dem Besuch des amerikanischen Sondergesandten Bosworth in Nordkorea hat Pjöngjang eine Bereitschaft erkennen lassen, zu den Sechser-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückzukehren. Man habe mit der amerikanischen Regierung übereingestimmt, dass es notwendig sei, die Sechser-Gespräche wiederaufzunehmen und die bereits vereinbarten Prinzipien einer De-Nuklearisierung Nordkoreas zu bestätigen, hieß es am Freitag aus dem nordkoreanischen Außenministerium.

          Es ist das erste Mal, dass Nordkorea wieder in einer offiziellen Stellungsnahme von einer Notwendigkeit der Sechser-Verhandlungen spricht, seit es diese Gespräche über sein Atomprogramm im April verlassen hat. Nordkorea legt sich aber weiterhin nicht auf einen Termin oder andere konkrete Schritte zur Wiederaufnahme der Verhandlungen fest. Stattdessen wurde nur angekündigt, man wolle mit der amerikanischen Regierung weiter zusammenarbeiten, um bestehende Differenzen auszuräumen.

          Skepsis bleibt

          Der amerikanische Sondergesandte Bosworth hatte am Tag zuvor gesagt, es sei weiterhin unklar, wann und wie Nordkorea zu den Sechser-Gesprächen zurückkehren werde. In der ersten offiziellen nordkoreanischen Stellungnahme zu dem Besuch von Bosworth in Nordkorea hieß es, man habe offene und aufrichtige Gespräche über ein weites Spektrum von Fragen geführt. Besonders erwähnt wurde dabei die Aussicht auf einen Friedensvertrag, der den Korea-Krieg zwischen 1950 und 1953 offiziell beenden könnte, sowie auf eine Normalisierung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten.

          In Seoul wurde die Erklärung aus Nordkorea vorsichtig begrüßt aufgenommen. Südkoreas Vertreter bei den Sechser-Gesprächen, Wi Sung-lac, beschrieb die Gespräche von Bosworth als nützlich, mahnte jedoch, man müsse erst abwarten, in wie weit sie wirklich auf dem Weg zu einer Denuklearisierung Nordkoreas weiterhelfen werden. Schon öfter hatte Nordkorea seinen Ankündigungen keine Taten folgen lassen.

          An den Sechser-Gesprächen nehmen neben Nord- und Südkorea auch Japan, Russland, China und die Vereinigten Staaten teil. Im Jahr 2005 hatte sich Nordkorea dort verpflichtet, sein Atomprogramm gegen Hilfsleistungen und diplomatische Anerkennung aufzugeben.

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