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Atomstreit : Iran beginnt Urananreicherung in Natans

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Irans Präsident Ahmadineschad besucht die Atomanlage in Natans Bild: dpa

Ungeachtet der Proteste des Westens hat Iran mit der Urananreicherung in seiner Atomanlage Natans begonnen. Das teilte die iranische Atombehörde mit.

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          Ungeachtet der Proteste des Westens hat Iran am Dienstag mit der Urananreicherung in seiner Atomanlage Natans begonnen. Das bestätigte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Die Vereinigten Staaten und Frankreich forderten neue Sanktionen.

          Der Westen verdächtigt das islamische Land, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie Nuklearwaffen zu entwickeln. Die internationale Gemeinschaft fordert deshalb, dass Iran seine Anreicherung des Urans auf 20 Prozent unter internationaler Kontrolle in Frankreich und Russland statt im eigenen Land vornehmen soll.

          Der Prozess zur Urananreicherung sei in Gang gesetzt und eine Kaskade von 164 Zentrifugen vorbereitet worden, sagte Salehi. Damit könnten drei bis fünf Kilogramm von 20-prozentigem Uran im Monat für einen Forschungsreaktor in Teheran hergestellt werden. Salehi betonte, der Prozess in Natans könne von Inspekteuren der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA, die in Teheran stationiert seien, beobachtet werden.

          Die Urananreicherung

          Uran ist der Ausgangsstoff für Kernenergie. Bevor jedoch aus Uran Energie erzeugt werden kann, sind technisch anspruchsvolle Arbeitsschritte notwendig. Das in der Natur vorkommende Uran enthält nur zu etwa 0,7 Prozent das spaltbare und damit für die Kernenergie verwertbare Isotop Uran-235. Der Rest ist das nicht spaltbare Uran-238. Der natürliche Anteil an Uran-235 reicht für Energiezwecke bei weitem nicht aus. Daher wird die Konzentration auf drei bis fünf Prozent erhöht. Meist mit Hilfe von Gaszentrifugen wird aus Natururan ein angereicherter und ein abgereicherter Teil hergestellt. Dieser Vorgang wird als Urananreicherung bezeichnet.

          Die Anreicherung auf 3,5 Prozent für den Einsatz in Kernkraftwerken kann Iran inzwischen selbst bewerkstelligen. Für den Einsatz in medizinischen Reaktoren - etwa für die Krebstherapie - wird ein Anreicherungsgrad von 20 Prozent benötigt. Uran gilt dann bereits als hochangereichert. Es wird befürchtet, dass Iran in einer weiteren Stufe Uran noch höher anreichern könnte, um schließlich die Fähigkeit zum Bau von Atombomben zu erlangen. Für Atomwaffen ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent erforderlich. Deshalb will die Weltgemeinschaft auch die niedrigere Anreicherung nicht in Iran selbst zulassen, sondern im Ausland aufbereitetes Uran liefern.

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