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Kontrolle des Atomprogramms : Iran geht auf Amerika zu

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Irans Außenminister Muhammad Dschawad Zarif trifft am Donnerstag in New York UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Bild: Reuters

Seit Trump das Atomabkommen aufgekündigt hat, steigen die Spannungen im Persischen Golf. Irans Außenminister macht ein Angebot, doch das reicht wohl nicht, um Washington von seinen Sanktionen abzubringen.

          Iran hat Gesprächsbereitschaft mit Amerika im Streit über sein Atomprogramm signalisiert. Sein Land sei zur sofortigen Unterzeichnung eines Dokuments bereit, das schärfere Kontrollen vorsieht, sagte Außenminister Muhammad Dschawad Zarif einem Bericht des „Guardian“ zufolge am Donnerstag in New York. Im Gegenzug sollten die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen sein Land aufheben.

          Das erwähnte Dokument, das als Zusatzprotokoll bekannt ist, gibt der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mehr Instrumente an die Hand, um zu verifizieren, dass ein Atomprogramm tatsächlich friedlichen Zwecken dient. Iran hält das Zusatzprotokoll allerdings bereits ein und hat schon in der Vergangenheit oft auch die Ratifizierung angeboten. Nach dem Atomabkommen von 2015 muss Iran das Dokument acht Jahre später ratifizieren.

          Skeptische Reaktion

          Die Vereinigten Staaten reagierten skeptisch auf Sarifs Vorschlag. „Es geht ihnen nur darum, eine möglichst umfangreiche Lockerung der Sanktionen zu erreichen, während sie sich weiter die Fähigkeit zum Bau einer Atomwaffe in der Zukunft offenhalten“, hieß es in Regierungskreisen. Wenn Iran Amerika wirklich entgegenkommen wolle, solle er die Uran-Anreicherung sofort stoppen und über sein Raketenprogramm verhandeln, sagte ein zweiter Regierungsvertreter.

          Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben massiv zugenommen, seit die Vereinigten Staaten vor über einem Jahr aus dem Atomabkommen ausstiegen und im Mai zusätzliche harte Sanktionen gegen das Land verhängten, die jeglichen Ölexport unterbinden sollen.

          Immer neue Zwischenfälle

          Im Persischen Golf ist es zu einer Reihe von Zwischenfällen gekommen. Am Donnerstag teilte Amerikas Präsident Donald Trump mit, ein amerikanisches Kriegsschiff habe eine iranische Drohne abgeschossen, die sich zu weit genähert habe. Zarif dementierte dies.

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