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Atomkraftwerk Saporischschja : Die Angst vor einem neuen Fukushima

Stetige Gefahr: Bewohner auf der anderen Seite des Dnipro berichten von wiederholtem Beschuss vom Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja. Bild: Daniel Pilar

Im von den Russen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja gibt es von Tag zu Tag weniger Fachleute. Die geflüchteten Ingenieure machen sich Sorgen, was passiert, wenn der Strom einmal länger ausfällt.

  • -Aktualisiert am
          9 Min.

          Die Tür geht auf. Dmytro Orlow kommt aus seinem Büro, macht einen Schritt, dann sieht er uns, stoppt, starrt ins Leere. „Herr Bürgermeister...“ Jetzt merkt er: Da will je­mand was von ihm. „Wir hatten doch...“ Seine Pupillen haften im Nichts. Er schweigt, läuft einen Bogen um uns und verschwindet um eine Ecke.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Orlow ist Bürgermeister der Stadt Enerhodar an der Front in der Ukraine. Dort steht an einem Stausee des Dnipro das größte Atomkraftwerk Europas. Be­vor er 2020 Bürgermeister wurde, war er dort dreizehn Jahre lang leitender Ingenieur. Als dann die Russen Anfang März seine Stadt und sein Kraftwerk besetzten, musste er weg. „Ich hatte nur zwei Möglichkeiten“, sagt er. Entweder ich kolla­boriere, oder ich haue ab.“ Er brachte seine Frau und die Kinder in den ukrainisch kontrollierten Teil und versucht seither, die Geschäfte von Enerhodar aus diesem improvisierten Büro in der Gebietshauptstadt Saporischschja zu führen.

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