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Atomkatastrophe : Kühlversuche in Fukushima

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Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ragt über den Wald von Namie hinaus Bild: dapd

Nachdem die Temperatur im Kernkraftwerk Fukushima am Freitag stark gestiegen war, bemühen sich Arbeiter um Abkühlung. Die EU-Staaten verständigten sich derweil auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen für Speisefisch aus dem Pazifik.

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          Arbeiter im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima haben sich in den vergangenen Tagen bemüht, die Temperatur im Abklingbecken von Reaktor 4 zu senken, die am Freitag auf 91 Grad gestiegen war. Nachdem am Samstag mehr Wasser zugeleitet worden war, stieg die Temperatur am Sonntag wieder auf 81 Grad. Nun soll noch mehr Wasser zugeleitet werden, wodurch die Gefahr steigt, dass der Druck auf das Becken zu groß wird. In dem Abklingbecken befinden sich 1535 Brennelemente.

          Die Präfektur Fukushima begann am Montag damit, in der Sperrzone zurückgelassenes Vieh und Haustiere zu töten. Die Sperrzone von 20 Kilometer um das Kernkraftwerk darf seit vergangener Woche nur noch mit behördlicher Genehmigung und mit Schutzanzug betreten werden. Zuvor waren einige Bauern ohne Erlaubnis für kurze Zeit zurückgefahren, um sich um ihr Vieh zu versorgen. Es würden mit Einverständnis der Besitzer nur Tiere getötet, denen es offensichtlich schlecht gehe, hieß es. Die Regierung stellte in Aussicht, dass die Bewohner der Sperrzone unter Polizeiaufsicht bald für kurze Zeit in ihre Häuser zurückkehren dürfen, um Wertsachen und anderen wichtigen Besitz zu holen. Diese Erlaubnis gilt nicht für diejenigen, die näher als drei Kilometer am Kernkraftwerk wohnen.

          Kontrolluntersuchungen für Speisefisch in der EU

          Im Katastrophengebiet an der nordostjapanischen Küste begann am Montag eine dritte große Suchaktion nach Opfern. 25.000 japanische und amerikanische Soldaten und Polizisten sind mit Schiffen und Flugzeugen im Einsatz, um nach den Leichnamen der noch mehr als 12.000 Vermissten zu suchen. Diesmal wird auch im 30 Kilometer Umkreis vom Kernkraftwerk Fukushima gesucht. Bisher war dieses Gebiet bei Suchaktionen gemieden worden.

          Fukushima : Japaner flehen um Hilfe

          Die EU-Mitgliedstaaten verständigten sich nach einem Zeitungsbericht auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen für Speisefisch aus dem Pazifik. Ein Sprecher des Bundesverbraucherministeriums sagte dem „Hamburger Abendblatt“, dass Deutschland sich an den Kontrollen beteiligen und frische sowie verarbeitete Meeresfische auf mögliche Strahlenbelastungen hin untersuchen werde. Die Messergebnisse würden wöchentlich der EU-Kommission berichtet.

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