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Atomare Abrüstung : Russland bietet Zugeständnisse an

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Eine russische Interkontinentalrakete vom Typ „Topol“ im Mai 2011 auf dem Roten Platz in Moskau Bild: dpa

Moskau sei bereit, die Zahl der Nuklearsprengköpfe für ein Jahr „einzufrieren“. Damit geht der Kreml auf eine Forderung Amerikas ein. Das könnte helfen, den Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Ländern zu retten.

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          Im Ringen um eine Verlängerung des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags mit den Vereinigten Staaten ist Russland zu Zugeständnissen bereit. Moskau stellte am Dienstag in Aussicht, die Zahl der Nuklearsprengköpfe ein Jahr lang „einzufrieren“. Sollte das Abkommen zunächst um zwölf Monate verlängert werden, werde Russland diese politische Verpflichtung eingehen, teilte das Außenministerium in der Hauptstadt Moskau mit. Dies sei aber nur dann möglich, wenn die Vereinigten Staaten nicht „zusätzliche Forderungen“ stellten.

          Der New-Start-Vertrag über die Begrenzung von Atomwaffen läuft Anfang Februar aus. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag eine Verlängerung des Abkommens ohne Bedingungen um ein Jahr vorgeschlagen. Diese Zeit sollte aus Sicht des Kremlchefs für weitere Verhandlungen genutzt werden. Die Vereinigten Staaten lehnten das umgehend ab und verlangten ein Einfrieren der Zahl der nuklearen Sprengköpfe. Russland wehrte das als „inakzeptabel“ ab. Unabhängige Experten in Moskau werteten das als Niederlage für Putin.

          Der New-Start-Vertrag begrenzt die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Wird der Vertrag nicht verlängert oder keine neue Vereinbarung geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten kein Abkommen mehr, das den Bestand an strategischen Atomwaffen begrenzt.

          Beide Länder besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen. Russland möchte eine Verlängerung des Vertrags, hatte zuletzt aber kaum noch Chancen dafür gesehen – auch wegen der anstehenden Präsidentenwahl in Amerika. Die Vereinigten Staaten bestehen auf eine Einbindung Chinas in mögliche neue Verhandlungen.

          Die Vereinigten Staaten hatten im vergangenen Jahr den INF-Vertrag über die atomare Abrüstung im Mittelstreckenbereich aufgekündigt. Im Mai dieses Jahres kündigte Washington dann auch den Ausstieg aus dem „Open-Skies“-Abkommen mit Russland an, das beiden Seiten Beobachtungsflüge im Luftraum des anderen Vertragspartners ermöglicht.

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