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Irans Ausstieg aus Atom-Deal : Rohani will unbegrenzt Uran anreichern

  • Aktualisiert am

Irans Präsident Hassan Rohani Bild: dpa

Iran leitet die zweite Phase des Teilausstiegs aus dem Atomabkommen ein. Je nach Bedarf werde das Land den Anreicherungsgrad von Uran erhöhen.

          Iran will nach Angaben von Präsident Hassan Rohani ab Sonntag „unbegrenzt“ Uran anreichern – und damit die zweite Phase des Teilausstiegs aus dem Atomabkommen einleiten. „Am 7. Juli wird unsere Obergrenze für Urananreicherung nicht mehr 3,67 Prozent betragen und wir werden diesbezüglich unsere Verpflichtungen nicht mehr erfüllen“, sagte Rohani bei einer Kabinettsitzung am Mittwoch. Je nach Bedarf werde Iran den Anreicherungsgrad erhöhen, kündigte er an. Es sei denn, die Vertragspartner setzten bis dahin das Atomabkommen vertragsgerecht um, sagte Rohani im staatlichen Fernsehsender IRIB.

          Anstatt Iran zu kritisieren, sollten die Vereinigten Staaten und die verbliebenen Vertragspartner den Atomdeal einfach korrekt umsetzen, forderte Rohani. „Wir waren und sind dem Atomdeal hundertprozentig verpflichtet (...) aber das beruht auf Gegenseitigkeit“, erklärte er und verlangte „eine Rückkehr zur Logik, zu Gesetzen, zu anerkannten Abkommen und zu UN-Resolutionen.“

          Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Montag hatte Iran in einer ersten Phase des Teilausstiegs zuvor erstmals die vereinbarte Obergrenze seiner niedrigangereicherten Uranvorräte von 300 Kilogramm überschritten. Eine zusätzlich unbegrenzte Urananreicherung würde nach Einschätzung von Beobachtern das Ende des Atomabkommens bedeuten.

          Das Atomabkommen von 2015 soll dazu dienen, Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte das Abkommen im Mai vergangenen Jahres einseitig aufgekündigt. Die verbliebenen Unterzeichnerstaaten – die UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland sowie Deutschland - halten daran fest.

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