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Atlantische Allianz : Das unentbehrliche Bündnis

Superhelden unter sich Bild: Frankfurter Allgemeine Woche/Mart Klein und Miriam Migliazzi

Barack Obama besucht Angela Merkel in Deutschland, doch die politischen Superhelden sind längst nicht mehr so stark wie früher. Trotzdem hängt nicht nur für Europa viel davon ab, wie beide die ihnen verbleibende Amtszeit nutzen.

          An diesem Sonntag trifft sich in Hannover das angeblich mächtigste Paar der Welt: Barack Obama und Angela Merkel. Doch die politischen Superhelden aus Amerika und Deutschland sind längst nicht mehr so stark wie früher. Obamas Amtszeit läuft im Januar ab. Er ist das, was die Amerikaner eine „lahme Ente“ nennen.

          Merkels Mandat reicht noch bis zum Herbst des nächsten Jahres, und auch nach der Bundestagswahl könnte sie den Deutschen als Kanzlerin erhalten bleiben. Doch steht sie ebenfalls nicht mehr so glänzend und unangefochten da wie zu ihren besten Zeiten. Ihre Flüchtlingspolitik kostete Merkel im Inland Popularität und im europäischen Ausland Einfluss. Die „unentbehrliche Europäerin“ fand sich wegen ihrer Linie wiederholt als isolierte Europäerin wieder.

          Dennoch hängt davon, wie Merkel und Obama die Zeit nutzen, die ihnen in ihren Ämtern noch bleibt, einiges ab: nicht allein für das deutsch-amerikanische Verhältnis, sondern auch für die von vielerlei Krisen erschütterte Welt. Das Transatlantische Handelsabkommen, das in Deutschland eine nicht selten antiamerikanisch grundierte Ablehnung erfährt, hat schon aus ökonomischen Gründen für beide Nationen herausragende Bedeutung. Es stellt zudem eine wichtige politische Klammer dar in Zeiten, in denen eine von ihren Interventionen desillusionierte Supermacht wieder verstärkt der Ansicht zuneigt, um die Konflikte, Krisen und Kriege in der Alten Welt solle die sich gefälligst selbst kümmern.

          Die Atlantische Allianz darf nicht aufs Spiel gesetzt werden

          Amerika und der demokratische Teil Europas aber sind nach wie vor die Hauptinseln der Freiheit, des Friedens und des Wohlstands in einem Meer des Elends und der Diktatur. Die Atlantische Allianz darf weder mit Absicht noch fahrlässig aufs Spiel gesetzt werden.

          Die Europäische Union und ihre Führungsmacht Deutschland müssen noch besser als bisher lernen, ohne den großen Bruder aus Übersee auszukommen, der nicht mehr in jedem Fall für sie die Kastanien aus dem Feuer holt. Die Amerikaner ihrerseits sollten in Politik und Wirtschaft darauf achten, in Europa nicht als „Big Brother“ wahrgenommen zu werden, für den auch seine Freunde nur abzuschöpfende Datenpakete sind.

          Despotie und Chaos sind wieder auf dem Vormarsch in der Welt. Nur gemeinsam können Europäer und Amerikaner sie aufhalten.

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