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Asylkrise in Griechenland : Geduldiges Papier, ungeduldige Migranten

Katastrophale Zustände: Ein Flüchtlingslager auf Lesbos Ende November. Bild: dpa

Die griechische Regierung in Athen will die Migrationskrise durch Änderungen der Asylgesetze in den Griff bekommen. Der Erfolg des Vorhabens ist ungewiss.

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          Kurz vor Weihnachten entfachte Robert Habeck, Ko-Vorsitzender der Grünen, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine bis heute andauernde Debatte. Habeck forderte, Deutschland solle unbegleitete Minderjährige aus den heillos überfüllten Aufnahmelagern der griechischen Inseln aufnehmen. Die Debatte über Habecks Vorstoß wird auch in Griechenland verfolgt, wo sich die Lage auf den der türkischen Küste vorgelagerten Inseln in der Ägäis weiter zuspitzt. Aus der Region Idlib im Nordwesten Syriens, die mit russischer Unterstützung seit Wochen vom Assad-Regime beschossen wird, sind laut Angaben der Vereinten Nationen allein in den vergangenen zwei Wochen mehr als 235.000 Menschen geflohen. Die meisten sollen sich mittlerweile in Städten oder überfüllten Flüchtlingslagern an der Grenze zur Türkei aufhalten.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat mehrfach gedroht, solche Entwicklungen könnten sich in Form neuer Flüchtlingswellen nach Europa übertragen. Hinzu kommen die unabsehbaren Folgen der jüngsten Eskalation im iranisch-amerikanischen Verhältnis, die auch die Ostgrenze der Türkei und damit über kurz oder lang wiederum Griechenland erreichen könnten. Dort waren bisher zunächst stets griechische Inseln wie Lesbos, Samos, Chios und Leros betroffen, obwohl nicht auszuschließen ist, dass künftig auch die türkisch-griechische und die türkisch-bulgarische Landgrenze stärker unter Druck geraten werden.

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