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Astra-Zeneca in Amerika : Vom Favoriten zum Außenseiter

Ein Impfzentrum in der Viejas Arena auf dem Campus der Universität San Diego am 1. April Bild: Bloomberg

Die amerikanische Regierung setzte große Hoffnungen in den Impfstoff von Astra-Zeneca. Doch nach vielen Rückschlägen kommt er in den Vereinigten Staaten möglicherweise gar nicht mehr zur Anwendung.

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          Als Astra-Zeneca vor knapp zwei Wochen die mit Spannung erwarteten Daten für seinen Impfstoff aus einer klinischen Studie in Amerika vorlegte, sah das zunächst vielversprechend aus. Das Vakzin schütze mit einer Wirksamkeit von 79 Prozent vor Corona-Symptomen, hieß es. Das reichte zwar nicht an die Werte um 95 Prozent heran, die konkurrierende Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna geliefert hatten, war aber ein sehr solides Ergebnis. Schwere Erkrankungen nach einer Corona-Infektion würden sogar zu 100 Prozent verhindert, teilte Astra-Zeneca weiter mit.

          Roland Lindner
          (lid.), Wirtschaft

          Die Freude währte jedoch nur kurz. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Zahlen wurden Zweifel an deren Verlässlichkeit geweckt. Ein unabhängiges Aufsichtsgremium, das die Studien begleitet hatte, verschickte einen scharf formulierten Brief und äußerte darin die Sorge, die Daten könnten „schon veraltet und möglicherweise irreführend“ sein. Astra-Zeneca habe die vorteilhaftesten Ergebnisse veröffentlicht und nicht die aktuellsten. „Es sind Entscheidungen wie diese, die das öffentliche Vertrauen in den wissenschaftliche Prozess untergraben“, empörten sich die Aufseher.

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