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Rund 200 Migranten gerettet : Italienischer Versorger darf wohl direkt anlegen

  • Aktualisiert am

Ein Rettungsring an Bord der „Alan Kurdi“ Bild: dpa

Die „Asso Trenta“ kann wohl deutlich schneller einen italienischen Hafen anlaufen, als es Seenotrettungsschiffen wie der „Alan Kurdi“ möglich ist. Die legte inzwischen in Tarent an. Offenbar wollen Berlin und Paris den Großteil der Migranten aufnehmen.

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          Vor der Küste Libyens hat das italienische Versorgerschiff „Asso Trenta“ rund 200 Migranten aus Seenot gerettet. Der Versorger habe zwischen Freitagabend und Samstagmorgen die Menschen in internationalen Gewässern gerettet und an Bord genommen, berichtete die Notruf-Initiative Alarm Phone am Samstag auf Twitter.

          Das Schiff, das unter italienischer Flagge fährt, habe die italienische Küstenwache informiert. „Die Menschen sind aus Libyen geflohen und müssen in Europa in Sicherheit gebracht werden“, teilte Alarm Phone mit.

          Italien weist offenbar sicheren Hafen zu

          Mittlerweile ist das Schiff offenbar unterwegs zum sizilianischen Hafen Pozallo, um die Geretteten dort an Land gehen zu lassen. Das berichtete eine Reporterin des italienischen Senders Rai News auf Twitter. Zwei Personen hätten demnach als medizinische Notfälle bereits auf der Insel Lampedusa das Schiff verlassen.

          Sollte die „Asso Trenta“ tatsächlich in Pozallo einlaufen, hätte dieses kommerzielle Schiff deutlich weniger lang auf so eine Genehmigung warten müssen als zuletzt mehrere private Rettungsschiffe, die ebenfalls aus Seenot gerettete Menschen an Bord hatten.

          Seenotrettungsschiffe müssen oft lange warten

          So konnte das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ mit 88 Migranten an Bord erst am Sonntag in den Hafen von Tarent einlaufen – mehr als eine Woche nach der Rettung. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie das Schiff den Hafen der apulischen Stadt erreichte. Das italienische Innenministerium hatte der „Alan Kurdi“ die Erlaubnis erteilt, dort anzulegen. Nach fast einer Woche auf dem Mittelmeer war die Crew zuvor in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Die Organisation Sea Eye hatte dies mit dem schlechten Wetter begründet.

          Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, Deutschland und Frankreich wollten 60 Migranten der „Alan Kurdi“ aufnehmen, Portugal 5 und Irland 2. Der Bürgermeister von Tarent, Rinaldo Melucci, hatte gesagt, seine Stadt bereite sich auf die Ankunft vor und werde nicht zögern, diesen Menschen in Not in der kurzen Zeit ihres Aufenthalts beizustehen.

          Das Schiff „Ocean Viking“ von „Ärzte ohne Grenzen“ und SOS Méditerranée mit rund 100 Geretteten an Bord hatte zwölf Tage warten müssen, bevor ihm vergangenen Dienstag ein sizilianischer Hafen zugewiesen wurde.

          Am Freitag gab es eine Lösung für 15 Migranten, die das Schiff „Open Arms“ der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms im Mittelmeer aufgenommen hatte. Sie wurden auf ein Schnellboot übergesetzt, das sie in Maltas Hauptstadt Valletta bringen sollte, wie Open Arms auf Twitter mitteilte. Die Aktion erfolgte demnach „mit stundenlanger Verspätung, inmitten eines Sturms und nach langem Warten auf Instruktionen der maltesischen Behörden“.

          Die Organisation hatte laut eigenen Angaben am Dienstag sechs Männer, zwei Frauen sowie sieben Minderjährige gerettet. Sie drohten unterzugehen und zu ertrinken, da ihr Schlauchboot viel Luft verloren hatte und sich mit Wasser füllte, hieß es.

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