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Umstrittene Grenzregion : Indien und China beginnen mit Truppenabzug

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Mitte April: Indische Aktivisten in Jammu demonstrieren gegen die Errichtung der chinesischen Militär-Lager in der umstrittenen Region. Bild: dpa

Indien und China haben nach jahrzehntelangen Grenzkonflikten mit dem Abzug aus einer von beiden Ländern beanspruchten Himalaya-Region begonnen. Der Konflikt geht zurück auf einen kurzen Krieg, der 1962 geführt wurde.

          Nach jahrzehntelangen Grenzkonflikten haben China und Indien mit dem Abzug ihrer Truppen aus einer von beiden Ländern beanspruchten Himalaya-Region begonnen. Darauf einigten sich die Nuklearmächte in der Nacht zum Montag nach einem Treffen ihrer Grenzkommandanten, wie mehrere indische Offizielle erklärten. Der Konflikt geht zurück auf einen kurzen Krieg, den Indien und China 1962 um die gemeinsame Grenze in der Gebirgsregion Kaschmir geführt hatten.

          „Der Prozess des Truppenabzugs hat begonnen“, sagte ein ranghoher Militär. Auch aus dem Außenministerium wurde die Rückbeorderung der Streitkräfte bestätigt. Vor dem Parlament solle es im Laufe des Tages eine Erklärung dazu geben.

          Die Einigung erfolgte gut drei Wochen, nachdem chinesische Streitkräfte Berichten zufolge ein Lager innerhalb des von Indien beanspruchten Gebiets aufgeschlagen hatten. Zwar rücken immer wieder Soldaten beider Länder einige Kilometer weit in den Grenzstreifen ein, die Errichtung fester Lager ist aber eher selten. Der jüngste Vorfall drohte deshalb die zuletzt erzielte Annäherung zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde zu gefährden.

          Nach Indiens Darstellung waren Einheiten der chinesischen Volksbefreiungsarmee fast 20 Kilometer weit auf indisches Staatsgebiet vorgedrungen. Auch indische Soldaten rückten daraufhin um einen Kilometer vor: Seitdem hatten sich auf dem Plateau im Westen des Himalayas im Bundesstaat Jammu und Kaschmir Truppen beider Seiten Auge in Auge gegenübergestanden. Indien betrachtet das chinesische Vordringen als schwerwiegendste Grenzverletzung seit Jahren.

          So hatte der indische Außenminister Salman Khurshid angedeutet, dass er seine Reise nach Peking am Mittwoch absagen könnte, falls es zu keiner Lösung des Konflikts kommen sollte. Die „Zerstörung“ mühsam erzielter Fortschritte müsse unbedingt vermieden werden, sagte er. Der Streit hatte auch die Vorbereitungen für die Ende dieses Monats geplante Visite des neuen chinesischen Regierungschefs Li Keqiang in Neu-Delhi überschattet.

          Indien und China hatten 1962 um die gemeinsame Grenze in der Himalaya-Region Kaschmir einen kurzen Krieg geführt. Der genaue Grenzverlauf wurde danach nie festgelegt. Beide Staaten erkennen die vom jeweils anderen festgelegte Grenze nicht an. Es wurden lediglich zwei Verträge zur Erhaltung des Friedens in den beidseits beanspruchten Gebieten unterzeichnet.

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