https://www.faz.net/-gq5-7pcya

Tote in Thailand : Ministerpräsident flieht vor Demonstranten

  • Aktualisiert am

An der Spitze der Proteste: Oppositionsführer Suthep Thausuban vor Polizisten nahe der Luftwaffenbasis Bild: REUTERS

Die Gewalt in Bangkok eskaliert. Nach einem Granatanschlag auf ein Protestlager mit Toten und zahlreichen Verletzten stürmen Demonstranten eine Luftwaffenbasis. Regierungschef Niwattumrong muss den Rückzug antreten.

          2 Min.

          Regierungsgegner haben nach dem Tod zweier Menschen in einem Demonstrantenlager in Bangkok eine Lufwaffenbasis gestürmt und Ministerpräsident Niwattumrong Boonsongpaisan zur Flucht veranlasst. Der Übergangspremier wollte sich mit der Wahlkommission treffen, um die Neuwahlen zu planen. Stattdessen musste Thailands Regierungschef den Rückzug antreten. Die Demonstranten lehnen die Neuwahlen ab.

          Zuvor waren am Donnerstagmorgen bei einem Angriff auf ein Protestlager in Thailands Hauptstadt zwei Demonstranten getötet worden. Mindestens 24 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärten Rettungsstellen und Polizei. Der Vorfall, zu dem sich zunächst niemand bekannte, schürte die Furcht vor einer Gewalteskalation in dem krisengeschüttelten südostasiatischen Land.

          „Rothemden“ unter Verdacht

          Unbekannte hätten gegen 03.00 Uhr (Ortszeit) zwei Granaten auf das Lager vor dem Demokratie-Denkmal in der Innenstadt geworfen, dabei sei ein Demonstrant im Schlaf getötet worden, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das zweite Todesopfer sei ein Wachmann des Lagers, er sei durch Schüsse getötet worden. Von den 24 Verletzten ringe einer mit dem Tod, teilte das Notfallzentrum mit.

          Wer hinter dem Angriff steckte, blieb zunächst unklar, der Verdacht fiel auf gewaltbereite Anhänger der „Rothemden“ aus dem Lager der gechassten Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. In Thailand kommt es seit einem halben Jahr immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und -anhängern sowie den Sicherheitskräften. Dabei gab es insgesamt schon 27 Tote und hunderte Verletzte.

          Die Spannungen haben abermals zugenommen, seit am vorvergangenen Mittwoch das Verfassungsgericht Ministerpräsidentin Yingluck und neun ihrer Minister wegen Machtmissbrauchs mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthob. Zwar wird das Kabinett von Yinglucks Vertrautem Niwattumrong Boonsongpaisan geführt. Die Opposition versucht ihre Anhänger aber für einen „letzten Kampf“ zu mobilisieren, um die amtierende Regierung der Puea-Thai-Partei zu stürzen und vom Senat durch eine nichtgewählte „Volksregierung“ ersetzen zu lassen.

          "Neuwahl oder Bürgerkrieg"

          Nach Ansicht von Kritikern entbehrt ein solcher Schritt aber jeder rechtlichen Grundlage. Yinglucks „Rothemden“ haben mit einem Bürgerkrieg gedroht, sollte die Regierung zu Fall gebracht werden. Deren Anhänger fordern eine Neuwahl am 20. Juli, um einen Ausweg aus der Krise zu bahnen.

          Ein erster Versuch des Regierungslagers, mit einer vorgezogenen Wahl im Februar ihre Macht wieder zu festigen, scheiterte am Boykott der Opposition. Weil die Stimmabgabe wegen Massenblockaden für einen großem Teil der Wähler nicht möglich war, war die gesamte Wahl für nichtig erklärt worden.

          Weitere Themen

          Ein Neuer für die Mitte

          Neuer Kandidat bei Demokraten : Ein Neuer für die Mitte

          Das Feld der demokratischen Präsidentschaftsbewerber ist gut gefüllt. Trotzdem macht nun noch ein Neuer mit. Der Einstieg Deval Patricks hängt auch mit der Unzufriedenheit vieler Großspender mit den bisherigen Kandidaten zusammen.

          Topmeldungen

          Neuer Kandidat bei Demokraten : Ein Neuer für die Mitte

          Das Feld der demokratischen Präsidentschaftsbewerber ist gut gefüllt. Trotzdem macht nun noch ein Neuer mit. Der Einstieg Deval Patricks hängt auch mit der Unzufriedenheit vieler Großspender mit den bisherigen Kandidaten zusammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.