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Tony Abbott : Mit eiserner Disziplin ans Ziel

Australiens neuer Premier und Nachfolger von Kevin Rudd: Tony Abbott Bild: AFP

Der australische Wahlsieger Tony Abbott hat sich mit einer disziplinierten Kampagne an die Regierung geboxt. Abbott verfolgt konservative Ideen, will aber ein Premierminister für alle Australier sein.

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          Am frühen Morgen seines ersten Tags als neuer Premierminister bestieg Tony Abbott zunächst sein Rennrad, um einige Runden zu drehen. Die körperliche Fitness des Vorsitzenden der Liberal-Partei war schon im Wahlkampf ein wiederkehrendes Thema. Der frühere Boxer und Ironman-Triathlet muss mindestens sechs Mal die Woche eine Stunde lang Joggen oder Radfahren, um nicht unausstehlich zu werden, sagen seine Mitarbeiter. Mit der gleichen eisernen Disziplin, mit der er seinen Körper stählt, ist der Australier auch in den politischen Kampf getreten. In seiner Zeit als Oppositionsführer verfolgte er seit vier Jahren gnadenlos sein Ziel, der gegnerischen Labor-Partei das Regieren schwer zu machen. Absprachen und Kompromisse gab es mit ihm nicht. Spätestens seit der Wahl 2010, als Labor zwar einen Sitz weniger im Parlament erreichte als seine konservativen Liberals, aber trotzdem eine Minderheitsregierung formte, sah er sich als den eigentlich rechtmäßigen Anwärter auf das Amt des Regierungschefs.

          Till Fähnders
          (fäh.), Politik

          Schon als Kind soll seine Mutter gesagt haben, ihr einziger Sohn und Bruder dreier Schwestern werde „entweder Papst oder Premierminister“. Tony Abbott wurde als Nachkomme australischer Eltern 1957 in England geboren. Die Familie kehrte kurze Zeit später jedoch nach „Down Under“ zurück. Er war stets der Star in der Familie, besuchte die Universität und wollte trotz eines nicht gerade züchtigen Lebenswandels Priester werden. Stattdessen wurde der junge Katholik ungewollt Vater, das Kind hat er zur Adoption freigegeben und die kirchliche Laufbahn zugunsten eines Stipendiums an der Universität Oxford aufgegeben. Abbott studierte Philosophie, Politik und begann gleichzeitig das Boxen. Man sagt, es sei weniger seiner Technik geschuldet denn seiner Angriffslust, dass seine ersten Kämpfe stets mit einem Knock-Out des Gegners endeten. Auch heute hat man oft den Eindruck, dass es hinter der Fassade brodelt und Disziplin und Körperertüchtigung Mittel sind, um einer inneren Unbändigkeit Herr zu werden.

          Verbale und körperliche Ausbrüche

          Nicht immer gelingt ihm das, und seit seiner Studienzeit sind verbale und körperliche Ausbrüche überliefert. In einem Fernsehduell mit seinem Vorgänger Kevin Rudd fragte er, ob „dieser Typ nicht einfach mal die Klappe halten“ könne. Doch seine Kampagne war organisiert, effektiv und zielgerichtet. Er hatte schließlich sein Leben lang Zeit, sich darauf vorzubereiten, wie er selbst sagt. Nach seinem Studium hatte er begonnen, für konservative Zeitungen zu schreiben. Er wurde Pressesekretär des damaligen Oppositionsführers und diente dem Premierminister John Howard als Minister für Arbeit und dann für Gesundheit. Anders als bei seinem Mentor kommt Abbotts Konservativismus aus seiner Religiosität. In Fragen wie der „Homo-Ehe“, der Abtreibung und der Frauenrechte vertritt er traditionelle Ideen. Zuletzt hat er sich aber von einer sanfteren Seite gezeigt. Er versichert, niemandem seine Werte aufzwingen zu wollen und ein Premier für alle Australier zu sein. Er soll ein guter Zuhörer sein, und er ist dafür bekannt, Schichten bei der lokalen Feuerwehr und den Rettungsschwimmern zu übernehmen.

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