https://www.faz.net/-gq5-8mcgx

Mit 88 Jahren verstorben : Thailands König Bhumibol ist tot

  • Aktualisiert am

Anhänger mit einem Porträt des verstorbenen Königs Bild: AFP

Der 88 Jahre alte Monarch starb am Donnerstag im Siriraj-Krankenhaus in Bangkok. Das Land hatte bereits seit Tagen um den schwer kranken Bhumibol gebangt.

          1 Min.

          Der thailändische König Bhumibol Adulyadej ist am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 88 Jahre alt. Das teilte der Königspalast mit.

          Bhumibol hatte zwar auf dem Papier vorwiegend repräsentative Aufgaben, doch hatten Palast und Kronrat hinter den Kulissen enormen politischen Einfluss. Keine Regierung konnte sich ohne das Wohlwollen des Königs lange halten. Der jüngste Militärputsch fand im Mai 2014 statt.

          Der König war seit mehr als 70 Jahren im Amt und damit der am längsten amtierende Monarch der Welt. Er wurde wie ein Gottkönig verehrt. Er verbrachte die letzten Jahre überwiegend im Sirijaj-Krankenhaus in der Hauptstadt Bangkok. Dort wird auch seine schwerkranke Frau Sirikit behandelt.

          König Bhumibol im Dezember 2010 Bilderstrecke
          König Bhumibol im Dezember 2010 :

          Das buddhistische Königreich in Südostasien mit fast 70 Millionen Einwohnern dürfte vor großen politischen Umwälzungen stehen. Die rund 30 Millionen Touristen, die jedes Jahr kommen, sollen davon aber unberührt bleiben, wie die Behörden versichern.

          Kronprinz Maha Vajiralongkorn (64) ist bei weitem nicht so beliebt wie sein Vater es war. Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in München, weil sein jüngster Sohn Dipangkorn Rasmijoti (11) in Bayern zur Schule geht. Von der Mutter hat der Kronprinz sich 2014 scheiden lassen. Er hat sieben ältere Kinder mit zwei weiteren Ex-Frauen.

          Das Land hat strikte Gesetze gegen Majestätsbeleidigung. Sie schützen den König, seine Frau und den Kronprinzen vor jeder Kritik. Selbst harmlos klingende Kommentare können zu Anzeigen führen. Die Gesetze werden seit Jahren ausgenutzt, um politische Gegner zu diskreditieren. Die Gesetze haben einen Diskurs darüber, wie das Land sich nach dem Ableben des Königs weiterentwickeln will, unterbunden. Die Militärregierung hat sich mit einer im August durchgesetzten Verfassung andauernden Einfluss gesichert.

          Einheitsstifter : Thailands König Bhumibol stirbt im Alter von 88 Jahren

          Thailands Gesellschaft ist seit mehr als zehn Jahren politisch tief gespalten. Auf der einen Seite stehen die so genannten Gelbhemden. Sie geben sich als Monarchietreue, die die alte Ordnung, in der wenige einflussreiche Familien die Geschicke des Landes bestimmten, aufrecht erhalten wollen. Auf der anderen Seite stehen die Rothemden, unterstützt vor allem von der ärmeren Bevölkerung, die mehr Mitsprache und eine Politik zur Forderung der Armen fordern.

          Beide Seiten werfen sich maßlose Korruption vor. Mit Demonstrationen und Blockadeaktionen haben beide Lager die jeweils andere Regierung immer wieder unter Druck gesetzt und deren Sturz herbeigeführt.

          Weitere Themen

          Die Strippenzieherin

          FAZ Plus Artikel: Carrie Symonds : Die Strippenzieherin

          Carrie Symonds will mehr sein als die Frau von Boris Johnson. Ihr Einfluss auf den Premier fängt bei dessen Frisur an und mag bis zu seinem Beraterstab gehen. Das passt vielen nicht.

          Topmeldungen

          Ein Plakat der der Initiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ in Oberdorf im Kanton Nidwalden

          Mehrheit bei Volksabstimmung : Die Burka wird in der Schweiz verboten

          Die Schweizer haben mit knapper Mehrheit für ein Verhüllungsverbot gestimmt. Damit wird es Musliminnen künftig verboten sein, in der Öffentlichkeit Burka und Niqab zu tragen. Islamische Verbände warnen vor Zunahme der Gewalt gegen Muslime.
          Microsoft-Büro in New York

          Cybersicherheit : Hacking-Angriff auf Microsoft-Software

          Mindestens 30.000 amerikanische Unternehmen und Behörden sind offenbar von einem chinesischen Hackerangriff betroffen. Die Biden-Regierung ist alarmiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.