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Terrorangriff der Taliban : Im Krieg gegen Pakistan

Schon 2007 umgab sich der jetzige TTP-Anführer Maulana Fazlullah mit bewaffneten Unterstützern. Bild: AP

Die Terrorgruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan ist verantwortlich für den Terrorangriff auf die Schule in Peschawar. Sie führt schon seit Jahren einen Krieg gegen die Sicherheitskräfte des Landes, nachdem sie lange verharmlost wurde.

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          Das Ziel passt in die kranke Logik der Tehrik-e-Taliban Pakistan, kurz TTP: Die „Army Public School“ in Peshawar wird vor allem von Offizierskindern besucht, und es sind die pakistanischen Streitkräfte, die die Terrorgruppe am meisten hasst. Noch während die politischen Spitzen des Landes am Dienstag ihre Abscheu kundtaten und eine dreitägige Trauer verordneten, brüstete sich ein TTP-Sprecher vor der Nachrichtenagentur Reuters mit den Worten: „Es ist die Rache für die Armee-Offensive in Nordwaziristan.“

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Seit mehr mehr als sieben Jahren stehen sich die Taliban aus den semiautonomen Stammesgebieten – vor allem in Nordwaziristan - und die pakistanische Armee feindlich gegenüber. Zuvor hatte die Regierung in Islamabad die Krieger in den Stammesgebieten überwiegend gewähren lassen. Der Druck stieg langsam, als General Musharraf nach dem 11. September 2001 formal in den “Krieg gegen den Terror” eintrat und von Washington aufgefordert wurde, gegen die Al-Qaida-Kämpfer vorzugehen, die sich in den Stammesgebieten versteckt hielten. Aus Sicht der wazirischen Glaubenskrieger, deren politische-religiöse Mission mit lokalen Wirtschaftsinteressen und kriminellen Machenschaften verschwimmen, war der bewaffnete Arm des Staates ein doppelter Feind: Er stört ihre Kreise in den rechtsfreien Stammesgebieten, und er verhindert die Umwandlung Pakistans in einen reinen Scharia-Staat.

          Noch bis zur Swat-Krise vor fünf Jahren ging die Führung in Islamabad nachlässig bis widerwillig gegen die TTP-Terroristen an der afghanischen Grenze vor. Kleineren und mittleren Militäroperationen folgten meist fruchtlose „Friedensgespräche“. Erst als die pakistanischen Taliban - eine Autostunde von Islamabad entfernt - das Swat-Tal besetzten und ein Marsch auf die Hauptstadt plötzlich zu einer realen Möglichkeit wurde, nahm die Armee ihren Feind ernst.

          Das Militär trieb die TTP-Kämpfer in die Stammesgebiete zurück, auch wenn der Einfluss der Taliban in der Region dadurch nicht vollständig unterbunden wurde. Im vergangenen Jahr machten die TTP den örtlichen Anführer im Swat-Tal, Maulana Fazlullah, zu ihrem obersten Mann. Beide seiner Vorgänger, Baittullah Mehsud und Hakimullah Mehsud, waren bei Drohnenangriffen der CIA getötet worden. Auch Mullah Fazlullah wäre vor drei Wochen beinahe von einer Drohne erwischt worden, berichteten pakistanische Zeitungen Ende November.

          Die TTP schreckte nie vor Anschlägen zurück, die maximalen Terror verbreiteten. Meistens richten sie sich gegen Armeeeinrichtungen, aber auch Schiiten und deren Glaubensstätten sind schon Ziel gewesen. Die TTP steckte auch hinter dem nur knapp gescheiterten Attentat auf die junge Aktivistin Malala Yousafzai, die inzwischen den Friedensnobelpreis erhalten hat. Noch auf dem Höhepunkt der Empörungswelle verkündete ein TTP-Sprecher, man werde Malala töten, sobald man eine zweite Gelegenheit bekomme. Dies sei Teil des „Kampfes gegen die Ungläubigen“.

          Im Frühjahr gab es Berichte über interne Kämpfe und Abspaltungen. Ein Teil der TTP, unter der Führung von Maulana Umar Qasmi, soll sich wegen der vorübergehenden Verhandlungen losgesagt haben, die zwischen Unterhändlern Fazlullahs und der Regierung in Islamabad aufgenommen worden waren. Eine weitere Fraktion - unter Khalid Mehsud - spaltete sich ab, weil sie in den anhaltenden mörderischen Anschlägen der TTP plötzlich etwas „Unislamisches“ entdeckte - so die Formulierung in einer Stellungnahme. In der pakistanischen Presse wird die Gruppierung mit Sitz in Süd-Waziristan gelegentlich als die „guten Taliban“ bezeichnet.

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