https://www.faz.net/-gq5-8k651

Terror in Pakistan : Perverse Logik

Das jüngste Attentat in Pakistan belegt, wie weit das Land noch davon entfernt ist, den Kampf gegen den hausgemachten Terror zu gewinnen – zum Trotz vollmundiger Ankündigungen.

          Die Sponsoren des islamistischen Terrors verlangen Schlagzeilen für ihr Geld. Und unter den zahlreichen dschihadistischen Gruppen in Pakistan herrscht ein heftiger Wettbewerb um Finanziers. Ein Anschlag auf eine Trauergemeinde aus Anwälten in der Notaufnahme eines Krankenhauses – an Skrupellosigkeit ist das kaum noch zu überbieten.

          In der perversen Logik der Attentäter hat das Blutbad aber einen Sinn. Nur so nimmt die Welt noch Notiz vom Sterben in Pakistan, das seit Jahren zum traurigen Alltag gehört. Die Attacke ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Land trotz vollmundiger Ankündigungen noch weit davon entfernt ist, den Kampf gegen den hausgemachten Terror zu gewinnen. Das liegt auch daran, dass Teile des Sicherheitsapparats weiterhin ihre schützende Hand über Extremisten halten, die ihren Zielen dienen.

          Der Anschlag in Belutschistan trifft das Militär an einer empfindlichen Stelle: Die Provinz ist zentral für das Prestigeprojekt des von China finanzierten Wirtschaftskorridors. Die Ungeduld in Peking angesichts des selektiven pakistanischen Vorgehens gegen Islamisten wächst.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Regierung sperrt das Internet Video-Seite öffnen

          Proteste in Indonesien : Regierung sperrt das Internet

          Separatisten in den Provinzen Westpapua und Papua wollen seit Jahrzehnten die Unabhängigkeit. Wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen mit der Polizei schaltete die Regierung das Internet in der Region ab.

          Topmeldungen

          Fed-Präsident Jerome Powell : Donald Trump und sein Buhmann

          Jerome Powell lenkt die mächtigste Zentralbank der Welt. Der Fed-Chef schlägt eine fast aussichtslose Schlacht – auch gegen seinen eigenen Präsidenten. Nun warten Anleger und Politiker in der ganzen Welt auf eine Rede von ihm.
          Der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche wird Aufsichtsrat bei Aldi Süd. Das liegt auch an seiner Freundschaft zum ehemaligen BASF-Chef Jürgen Hambrecht.

          Ehemaliger Daimler-Chef : Zetsche geht zu Aldi Süd

          Nach dem Ende seiner Karriere bei Daimler hat Zetsche einen Posten bei Aldi Süd übernommen. Wie die F.A.Z. erfahren hat, ist er schon seit Juni im Beirat des Discounters. Das hängt mit einer Männerfreundschaft zusammen.
          Sie kann für ihre Wikingerfahrt keine Mannschaft gebrauchen, der die einfachsten geographischen Grundbegriffe fehlen: Greta Thunberg.

          Klimadebatte : Gretas kindische Kritiker

          Das Kindische an der Klimadebatte ist die gespielte Naivität der Kritiker Greta Thunbergs. Der Kulturhistoriker Johan Huizinga hatte einen Begriff für solches Verhalten, mit dem eine Gesellschaft hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.