https://www.faz.net/-gq5-8n60q

Südkorea Politikskandal : Razzia bei Samsung

  • Aktualisiert am

Das Hauptquartier von Samsung in Seoul Bild: dpa

Der Politikskandal um Südkoreas Präsidentin Park zieht immer weitere Kreise. Nun ist der Elektronikkonzern Samsung ins Visier der Ermittler geraten.

          1 Min.

          Südkoreas Staatsanwaltschaft hat bei Ermittlungen in einem Korruptionsskandal um eine Vertraute von Präsidentin Park Geun-hye auch den Technologie-Riesen Samsung ins Visier genommen. Die Ermittler durchsuchten am Dienstag mehrere Büros des Unternehmens in Seoul, wie südkoreanische Fernsehsender berichteten. Der weltgrößte Hersteller von Smartphones, Fernsehern und Speicherchips stehe im Verdacht, unter der Hand die Sportaktivitäten einer Tochter von Parks langjähriger Freundin Choi Soon-sil finanziell unterstützt zu haben.

          Samsung bestätigte die Durchsuchung, ohne sich weiter dazu zu äußern. Den Berichten zufolge soll Samsung 2,8 Millionen Euro unter dem Vorwand eines Beratervertrages an ein Unternehmen Chois in Deutschland überwiesen haben. Der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge wird geprüft, ob Samsung einer Tochter dieser Freundin unzulässige finanzielle Unterstützung gewährt habe. Die Tochter war früher Mitglied des südkoreanischen Reitsport-Teams. Das Geld wurde angeblich für das Training von Tochter Chois, einer Dressurreiterin, verwendet.

          Der Skandal um Choi hat die konservative Staatschefin schwer in Bedrängnis gebracht. Park wird vorgeworfen, ihrer Freundin ohne offizielles Amt die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben. Choi soll zudem ihre Beziehung zu Park benutzt zu haben, Sponsorengelder für zwei private Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert zu haben. Choi ist die Tochter eines früheren Sektenführers und Förderers von Park.

          Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye trifft sich mit dem Parlamentspräsidenten Chung Sye-kyun am Dienstag in Seoul und bietet ihr Entgegenkommen an.

          Park hat sich für den Skandal schon zwei Mal öffentlich entschuldigt. Sie steht massiv unter Druck. Am Wochenende gab es gegen sie in der Hauptstadt Seoul eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Im Zuge der Krise hat Park bereits mehrere ihrer engsten Berater verloren und zuletzt einen neuen Ministerpräsidenten und einen neuen Finanzminister ernannt.

          Um die Krise zu bewältigen, zeigt sich Park bereit, auf Forderungen der Opposition einzugehen. Der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge betonte sie in einem Treffen mit dem Parlamentspräsidenten, ihren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zurückzuziehen, wenn das Parlament einen neuen vorschlage. Außerdem habe Park angeboten, dass der neue Ministerpräsident das Kabinett kontrollieren werde.

          Weitere Themen

          Weißrussen wählen neues Parlament Video-Seite öffnen

          Keine Opposition : Weißrussen wählen neues Parlament

          In Weißrussland wählen die Bürger heute ein neues Parlament. Kandidaten der Opposition wurden in dem autoritär regierten Staat von vornherein nicht zugelassen.

          Einer für den Norden

          Hannovers neuer OB Belit Onay : Einer für den Norden

          Das rote Hannover wird künftig von einem Grünen regiert. Für die Partei ist das wichtig. Die Öffentlichkeit interessierte sich mehr für Belit Onays Herkunft.

          Topmeldungen

          Raffinerie von Aramco.

          Börsengang : Aramco will bis zu 22 Milliarden Euro erlösen

          Der Konzern gibt Details zum größten Börsengang des Jahres bekannt: In Riad erhofft man sich Erlöse von 22 Milliarden Euro. Privatanleger können die Aktien ab sofort zeichnen. Die Preisspanne für eine Aktie soll bei knapp 7,50 Euro liegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.