https://www.faz.net/-gq5-83l0o

Südchinesisches Meer : „Hier ist die chinesische Marine, ...gehen Sie weg!“

  • Aktualisiert am

Ein P-8A Poseidon-Überwachungsflugzeug der amerikanischen Marine, Archivbild Bild: Reuters

Im Streit zwischen China und seinen Nachbarn um Inseln im Südchinesischen Meer ist es zu einem Zwischenfall zwischen China und den Vereinigten Staaten gekommen. China forderte ein amerikanisches Überwachungsflugzeug über den umstrittenen Inseln zum Abdrehen auf, doch der Pilot pochte auf seine Rechte im internationalen Luftraum.

          1 Min.

           Im Territorialstreit zwischen China und seinen Nachbarn um Inseln und Riffe im Südchinesischen Meer ist es zu einem Zwischenfall zwischen China und den Vereinigten Staaten  gekommen. Die chinesische Marine warnte ein amerikanisches Überwachungsflugzeug am Mittwoch achtmal, das umstrittene Gebiet um neu aufgeschüttete Inselposten zu verlassen, wie der US-Fernsehsender CNN am Donnerstag berichtete. Der Pilot des P8-A-Poseidon-Fliegers weigerte sich demnach und verwies darauf, dass er sich in internationalem Luftraum befinde.

          Das amerikanische Militär hatte erstmals ein CNN-Team an Bord des Flugzeugs genommen, um öffentliches Bewusstsein für seine Herausforderungen in dem strittigen Seegebiet zu schaffen. China gewinnt verstärkt Land an kleinen Atollen und Riffen oder baut militärische Installationen, um seine territorialen Ansprüche in dem Gebiet zu bekräftigen, während die Vereinigten Staaten demonstrativ ihre Präsenz mit Flugzeugen ausweiten und möglicherweise auch Schiffe schicken wollen.

          „Hier ist die chinesische Marine ... hier ist die chinesische Marine ... gehen sie bitte schnell weg ... um Missverständnisse zu vermeiden“, zitierte CNN aus den englischsprachigen Funksprüchen. „Gehen sie weg!“ Amerika erkennt den Anspruch Chinas auf die Inseln weit ab von seiner Küste nicht an.

          In dem Gebiet werden große Bodenschätze vermutet. Wichtige Schifffahrtswege ziehen durch das Südchinesische Meer. Auch Vietnam, die Philippinen, Malaysia, Brunei und Taiwan erheben ganz oder teilweise Ansprüche auf die Inseln, Korallen-Riffe oder Sandbänke.

          Nach amerikanischen Angaben hat China damit begonnen, bei den Spratly-Inseln an fünf Stellen Land zu gewinnen und Konstruktionen zu errichten, wo vorher nur Korallenriffe und Sandbänke waren. Nach Angaben der US-Denkfabrik Foreign Policy Research Institut (FPRI) wurden in zwei Jahren 800 Hektar neues Land geschaffen.

          Nach den Aufklärungsflügen und der Auswertung von Satellitenaufnahmen gehen Militärexperten davon aus, dass Hafeneinrichtungen, Kommunikations- und Überwachungsanlagen und mindestens eine Landbahn gebaut werden. Auch China hat seine Präsenz in der Region mit Schiffen der Marine und Küstenwache verstärkt.

          Bild: F.A.Z.

          Schon 2001 entwickelte sich eine Krise zwischen den Vereinigten Staaten und China aus einem Zwischenfall mit einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug in dem Gebiet. Nach einer Kollision mit dem amerikanischen Flugzeug war ein chinesisches Kampfflugzeug abgestürzt und die amerikanische Maschine auf der südchinesischen Insel Hainan notgelandet. Die 24-köpfige Besatzung wurde elf Tage lang festgehalten.

          Seegebietsstreit : China um Entspannung bemüht

          Weitere Themen

          Kanzlerpartei im Ungewissen

          Allensbach-Umfrage : Kanzlerpartei im Ungewissen

          Das Meinungsklima für die Union ist aktuell nicht schlecht. Das liegt aber immer noch vor allem an der Kanzlerin. Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet muss sich erst noch profilieren.

          „China ausstechen" ist größte Aufgabe Video-Seite öffnen

          Künftiger CIA-Chef Burns : „China ausstechen" ist größte Aufgabe

          Der designierte Direktor des Auslandsgeheimdiensts CIA, William Burns, will China in den Fokus seiner künftigen Arbeit stellen. Vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats betonte Burns, dass er die CIA frei von politischem Einfluss halten wolle.

          Strengere Kontrollen an Grenze zu Frankreich

          Vom 1. März an : Strengere Kontrollen an Grenze zu Frankreich

          Vom Beginn der kommenden Woche an wird es an den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich wieder strengere Kontrollen geben. Dabei sollen die Polizisten beider Länder eng zusammenarbeiten.

          Topmeldungen

          Wie lange noch? Noch steht Armin Laschet im Schatten von Angela Merkel.

          Allensbach-Umfrage : Kanzlerpartei im Ungewissen

          Das Meinungsklima für die Union ist aktuell nicht schlecht. Das liegt aber immer noch vor allem an der Kanzlerin. Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet muss sich erst noch profilieren.
          Hubert Barth, noch Vorsitzender der Geschäftsführung von Ernst&Young in Deutschland

          Wegen Wirecard-Skandal : EY bekommt neuen Deutschland-Chef

          Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY zieht ihre Lehre aus dem Wirecard-Skandal. Der Deutschland-Chef muss seinen Posten räumen und wird intern versetzt.
          An der frischen Luft ist das Risiko gering, urteilen die Wissenschaftler.

          Wege aus dem Lockdown : So können Lockerungen laut RKI gelingen

          Das RKI hat detailliert aufgeschlüsselt, wann man Corona-Maßnahmen lockern kann und unter welchen Bedingungen sie verschärft werden sollten. Das Modell unterscheidet sich vom bisherigen Vorgehen. Landespolitiker müssten umdenken.

          Foto-Apps mit KI im Test : Schöner Schein

          Jetzt gelingen verblüffende Bildbearbeitungen auf Knopfdruck. Was früher ein langwieriger Job für Profis war, erledigt nun der Laie in Sekunden. So ist der Beifall auf Instagram sicher.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.